West Side Story: "Echte Emotionen, echte Konflikte, echte Liebe"

West Side Story : "Echte Emotionen, echte Konflikte, echte Liebe"

Das wohl berühmteste Musical der Welt, die "West Side Story", gastiert in der Kölner Philharmonie.

Ein Freitagmittag im Juni. Dagmar Windisch schneidet an ihrer Pizza Rucola in der Trattoria Roma in Berlin-Charlottenburg. Die schicke Wienerin ist Executive Producer der Neuinszenierung des Original-Broadway-Klassikers "West Side Story", die nach gefeierten Gastspielen in Europa, Asien und Australien derzeit in Deutschland und Frankreich auf Tour ist. Das Musical gastiert vom 19. bis 29. Juli in der Kölner Philharmonie.

Produzentin Windisch hat ein 39-köpfiges Ensemble besetzt. "Wir waren in vielen, vielen Auditions auf der Suche nach ganz jungen, ganz frischen und wirklich unverbrauchten Tänzern", sagt Dagmar Windisch und greift zu ihrem Glas San Pellegrino. "Wir haben einen sehr jungen Cast zusammengestellt. Trotzdem sind es natürlich professionelle Tänzer, die eine Biografie haben, auf der man aufbauen kann."

Nach dem Mittagessen geht es zu Fuß hinüber in die Deutsche Oper an der Bismarckstraße, wo ein achtstündiger Probenbesuch folgt. Die Fassung besteht aus den Original-Bausteinen von 1957: der Geschichte von Arthur Laurents, der Musik von Leonard Bernstein, den Songtexten von Stephen Sondheim und der Choreographie von Jerome Robbins.

Für die aktuelle Regie und Choreographie zeichnet Joey McKneely verantwortlich, der noch als Tänzer unter dem legendären Robbins arbeitete und dessen Originalchoreographie der "West Side Story" mit dem Ensemble neu einstudiert hat. "West Side Story hat echte Emotionen, echte Konflikte, echte Liebe", fasst McKneely während einer Probenpause im Operncafé das Erfolgsrezept zusammen. Wie hält er die Konzentration der jungen Truppe über so viele Stunden aufrecht? "Das ist wohl der Tänzer in mir, der die Energie in den Proben am Laufen hält."

Der Musical-Klassiker mit der Geschichte von Maria und Tony, die sich trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft ewige Treue schwören, deren Glück aber am Hass zweier verfeindeter Lager zerschellt, wartet mit einem vor Energie, Leidenschaft und Spiellust nur so strotzenden, internationalen Ensemble auf. Die US-Amerikanerin Diana Rose Becker (26) zum Beispiel findet großen Gefallen an der Entwicklung ihrer Bühnenfigur Maria: "Sie beginnt als kleines Mädchen in dem Stück, und am Ende ist sie gereift, hat eine richtige Reise hinter sich."

Viel Erfahrung hat auch Donald Chan, der musikalische Leiter und Dirigent der Produktion. Kein anderer Dirigent auf diesem Planeten hat die "West Side Story" häufiger dirigiert als er - 2 800 Mal. Langweilig ist ihm die Bernstein-Partitur nie geworden, er lerne immer "unterschiedliche Schichten" in ihr kennen, sagt der Maestro. Das Kölner Gastspiel werde eine "spezielle Herausforderung", weil es in der Philharmonie keinen Orchestergraben gibt und Chan aus dem Foyer heraus dirigieren muss - das Stück sieht er auf einem Monitor.

Karten in den GA-Zweigstellen oder unter www.bonnticket.de