Theater im Ballsaal: Dorrit Bauerecker - Mit dem Akkordeon auf Reisen

Theater im Ballsaal : Dorrit Bauerecker - Mit dem Akkordeon auf Reisen

Klänge und Harmonien, dieser Zusammenhang ist zumindest in der sogenannten Neuen Musik obsolet, die sämtliche Kompositionsregeln aufzubrechen versucht und "die musikalischen Elemente auf ihre ultimativen Essenzen zu reduziert" - letzteres ist zumindest der Ansatz des Amerikaners Alvin Curran.

Dessen Zyklus "Inner Cities" stand nun im Mittelpunkt eines Konzerts im Theater im Ballsaal. Im Rahmen der Reihe "Erlebnis Neue Musik" verwob Dorrit Bauerecker drei dieser komprimierten, oft minimalistischen Klavierstücke mit nicht minder ungewöhnlichen, schrägen, fremdartigen Akkordeon-Werken und öffnete dem Publikum damit einen Kosmos der Dissonanzen, in dem die sonst so gewohnten Melodien, so sie denn überhaupt darin einen Platz finden, aufgebrochen und dekonstruiert werden.

Dabei sind die "Inner Cities" Currans noch die zugänglichsten Stücke. Dem gegenüber stehen die Akkordeon-Stücke: Die wahrhaft minimalistische, ermüdend spannungsarme "Melodiestudie" Simon Rummels; die vielschichtigen "5 Widmungen an die verborgenen Empfänger" Oxana Omelchuks, in der Elektronika und Schifferklavier in der Auseinandersetzung und -nehmung von Jahrmarktmusik, Easy-Listening-Jazz, Volksmusik und anderer Stile miteinander wetteifern; und die im gesamten Programm verteilten "Viscum Albums" von Manos Tsangeris. Das gut 30-köpfige Publikum zeigte sich auf jeden Fall begeistert.

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