Oratorische Werke von Bach bis Brahms an Karfreitag: Die Zeit der Passionen

Oratorische Werke von Bach bis Brahms an Karfreitag : Die Zeit der Passionen

Obwohl Johannes Brahms' Deutsches Requiem nicht vom Leiden und Sterben Christi handelt, hat man es seit jeher als dem Aufführungstag an Karfreitag würdig geachtet.

Am 10. April 1868, der ein Karfreitag war, stand der Komponist im Bremer Dom sogar selbst am Pult, um eine Aufführung des Requiems zu leiten. In Bonn wird das Werk nun ebenfalls an Karfreitag zu hören sein: In einer Aufführung des Beethoven Orchesters und des Philharmonischen Chores (Einstudierung: Thomas Neuhoff) unter Leitung von Christoph Prick (19 Uhr, Beethovenhalle).

Thematisch und liturgisch dem Feiertag näher sind freilich die Passionen, die in dieser Woche in vielen Kirchen zu hören sein werden, darunter auch weniger bekannte. Im Altenberger Dom zum Beispiel führen um 14 Uhr der Kleine Chor Köln und das Consortium Musica Sacra unter Leitung von Kornelia Kuspki die Matthäuspassion des deutschen Komponisten Johann Valentin Meder auf, die er im Jahr 1701 komponierte. Sie enthält sehr hübsche, liedhafte Arien, fällt aber vor allem durch die bereits sehr fortschrittliche, ausdrucksvolle Behandlung der Evangelisten-Partie auf.

Auch Johann Sebastian Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel vertonte die Leidensgeschichte nach Matthäus, insgesamt sogar sechs Mal. Für die erste von 1769 bediente er sich passagenweise bei der Musik seines Vaters - ein damals noch übliches Verfahren -, entwickelte aber auch vor allem in den Arien einen ganz eigenen Stil. Die Passion ist Karfreitag, 17 Uhr, in der Bad Godesberger Erlöserkirche zu hören. Christian Frommelt leitet die Aufführung mit den hauseigenen Ensembles.

Die berühmteste Matthäuspassion, nämlich die von Johann Sebastian Bach, steht an Karfreitag, 18 Uhr, in der Kölner Philharmonie auf dem Programm. Das Gürzenich-Orchester spielt unter der Leitung eines der anerkanntesten Bach-Interpreten der letzten Jahrzehnte: Helmuth Rilling. Den Kölner Bach-Chor studiert Thomas Neuhoff ein.