Die Trommel dröhnt, Trompete und Saxophon halten dagegen

Die Trommel dröhnt, Trompete und Saxophon halten dagegen

Kocani Orkestar gastiert in der Beueler Brotfabrik

Beuel. Fast genau einen Monat nach Fanfare Ciocarlia aus Rumänien kam eine weitere Gipsy Brass Band in die Brotfabrik: das mazedonische Kocani Orkestar. Die zehn Musiker, ausgestattet mit vier Tubas und einer Doppelfell-Trommel mit aufmontierten Becken, sowie Saxophon, Trompete, Klarinette und Akkordeon, spielten noch lauter als ihre rumänischen Kollegen. Dabei war das vom Trommler vorgegebene permanente Fortissimo meist so gewalttätig, dass die Solo-Passagen von Akkordeon und Klarinette kaum zu hören waren.

Gerade bei den Balladen und Tanzliedern hätte man sich mehr Transparenz dringend gewünscht. Lediglich die spieltechnisch vorzüglichen Trompeten- und Saxophon-Soli konnten sich im Tutti-Sound einigermaßen behaupten. Mitreißend war sie natürlich allemal, diese Romska Orientahna Musika, und sie beeindruckte mit einem sehr raschen, oft melismatisch wirkenden Spielstil nach Art der türkischen Militärkapellen des 19. Jahrhunderts.

Faszinierend auch die ungeheure treibende Kraft und Vehemenz der Rhythmen und das musikantische Temperament der Ausführenden, die ihre Stücke aus dem Folklore-Fundus des Balkan bezogen, jedoch gelegentlich deutlich auch Lateinamerikanisches hinzumischten.