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Premiere in der Oper Bonn: Die Bremer Stadtmusikanten in neuen Abenteuern

Premiere in der Oper Bonn : Die Bremer Stadtmusikanten in neuen Abenteuern

Der Zeichentrickfilm Bremenskie Muzykanty aus dem Jahr 1969 ist in Russland ein absoluter Klassiker. Nicht zuletzt wegen der mitreißenden, zwischen Rockmusik, russischer Folklore und höfischem Menuett munter hin- und herpendelnden Musik des 1935 geborenen Komponisten Gennady Gladkov.

In Bonn verspricht nun die überaus gelungene Bühnenadaption unter dem Titel "Die Bremer Stadtmusikanten in neuen Abenteuern", die am Samstag im Foyer der Bonner Oper ihre Premiere hatte, sich ebenfalls eine große Fangemeinde zu erobern. Was die Leiterin des Kinder- und Jugendchores der Bonner Oper, Ekaterina Klewitz, gemeinsam mit der Regisseurin und Choreografin Bärbel Stenzenberger und den 43 mitwirkenden Kindern auf die Bühne bringt, ist mitreißendes Kindertheater, das Kinder wie Eltern begeistert.

Die "neuen Abenteuer" von Esel, Hund, Katze und Hahn spielen sich am Hofe eines Königs ab, der neben einer schicken Kronensammlung natürlich auch eine wunderschöne Tochter hat. Sie verliebt sich in den Troubadour, den Sänger der Stadtmusikanten. Doch bis sie endlich Hochzeit feiern können, gilt es ein paar Abenteuer zu bestehen, bei denen unter anderem eine finstere Räuberbande eine entscheidende Rolle spielt.

Die Geschichte ist mit herrlichen Kostümen von Shirin Owzar und der fantasievollen gestalteten Bühne von Hanna Bowe und Krystyna Granitza als eine echte Augenweide in Szene gesetzt. Man kann da liebevolle Details bewundern und bestaunen, wie etwa die überdimensionalen Brotmesser und Gabeln, mit denen die kleinen Soldaten der königlichen Wache bewaffnet sind, oder die von Kindern des Vorchores getragene, als große Krone gestaltete Sänfte des Königs, sehr hübsch sind auch die goldenen Schnabelschuhe des Narren oder die tollen Kostüme der Räuber. Ein besonderer Clou sind auch die von vielen Kindern nach einem Aufruf der Oper eingesandten selbstgebastelten Kronen.

Etwas ganz Besonderes aber ist, mit welcher Souveränität und spielerischer Freiheit die Kinder auf der Bühne agieren. Dass der König (Oleksander Perepadya) an einer Stelle gar eine akrobatische Tanzeinlage präsentiert, bringt ihm sogar einen Sonderapplaus ein. Als Narr tanzt, singt und spricht Barbara Prada Roja mit einer Lebendigkeit, als hätte sie in ihrem Leben nie etwas anderes gemacht, als auf der Bühne zu stehen.

Susanna Kilian und Pit Hühner geben ein wunderbares Paar als Prinzessin und Troubadour ab, Anna Grams führt spielfreudig als Esel die Stadtmusikanten an. Und auch die anderen Kinder, von denen viele kleinere und größere Soloauftritte haben, sind mit sichtlichem Spaß bei der Sache.

Dass die musikalische Begleitung nicht nur ins Ohr, sondern auch in die Beine geht, dafür sorgt das von Ekaterina Klewitz am Klavier angeführte sechsköpfige Ensemble "Jep Jep". Diese hübsche Märchenoper seinen Kindern vorzuenthalten, wäre ein Fehler.

Weitere Termine: 13., 15., 22., 29. und 30. März, 5. und 6. April (unterschiedliche Uhrzeiten), Karten in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.