Antrag auf Unesco-Schutz für 385 Kilometer des Limes von Remagen bis Katwijk: Das rheinische Welterbe der Römer

Antrag auf Unesco-Schutz für 385 Kilometer des Limes von Remagen bis Katwijk : Das rheinische Welterbe der Römer

Mit ihren Unterschriften haben Donnerstagnachmittag Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Niederlande im LVR-Landes Museum den Grundstein für einen grenzübergreifenden Kooperationsvertrag geschlossen.

Im Gebiet der römischen Provinz Niedergermanien verläuft der Limes 385 Kilometer entlang des Rheins von Remagen bis Katwijk an Zee - dieser historische Verlauf soll nun zum Unesco-Welterbe ernannt werden.

Die Bewerbung hat sehr gute Chancen auf Erfolg, weil der Niedergermanische Limes dann Teil der internationalen Unesco-Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums" wäre. Diese umfasst schon heute den Hadrians- und Antoninuswall in Großbritannien sowie den Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland.

"Der Landschaftsverband Rheinland ist sich durchaus bewusst, was der Antrag mit sich bringt. Wir müssen nun mit allen betroffenen Kommunen sprechen - das Verfahren der Unterschutzstellung ist nicht ganz einfach", erklärte Milena Karabaic, Kuturdezernentin des LVR.

Die Bewerbung ist deshalb so aussichtsreich, weil die betroffenen Länder kooperieren und den Antrag gemeinsam einreichen werden, was in einem bi-nationalen Abkommen beschlossen wurde. "Mit der Unterzeichnung dieses Vertrages wird die enge Verbindung unserer Länder bestätigt", sagte Susan Lammers, Direktorin der Niederländischen Agentur für das Kulturelle Erbe.

Es ist ein Antrag für die gesamte römische Provinz "Germania inferior", die damals das Rheinland sowie weite Teile der heutigen Niederlande umfasste. Köln war die Hauptstadt. Entlang des Rheins verlief der Limes auf 385 Kilometern als Grenzeinrichtung gegenüber dem feindlichen Germanien von Remagen bis zur Rheinmündung bei Katwijk an Zee.

"Ich freue mich sehr, dass wir heute hier in Bonn den Kooperationsvertrag unterzeichnen können", sagte Günther Horzetzky, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen. "Endlich kooperieren die Länder mal wieder auf kultureller Ebene und nicht auf wirtschaftlicher oder politischer Ebene." Charakteristisch für den Niedergermanischen Limes sindder komplette Verlauf entlang des Rheins und seine lange Existenz - länger als alle anderen Limesabschnitte, was ihn von den bisher als Welterbe anerkannten Landgrenzen unterscheidet.

Wie an einer Perlenkette aufgereiht, bildeten die Militäreinrichtungen ein in sich geschlossenes System. Auf deutscher Seite können 19 Kommunen in Nordrhein-Westfalen und eine Kommune in Rheinland-Pfalz insgesamt 27 hochrangige Fundplätze des römischen Militärs vorweisen, darunter das Praetorium in Köln, das Doppellegionslager in Vetera I in Xanten oder auch das Legionslager in Bonn oder das Hilfstruppenlager in Remagen.

Zu den Aufgaben der Archäologen bis zur Einreichung des Antrages gehören nun weitere Forschungen zur Ausdehnung und zum Erhaltungszustand der Plätze sowie die exakte Bestimmung der einzelnen Welterbeflächen. Ein Managementplan muss zudem die notwendigen Schutzmaßnahmen und die künftige Präsentation der Objekte aufweisen können.

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