Das Leben ist nur ein Phantom-Schmerz

Das Leben ist nur ein Phantom-Schmerz

Richling im ausverkauften Brückenforum in Beuel

Beuel. Der erste Knopf am Hemd ist falsch zugeknöpft und deshalb hängt sein ganzes Hemd schief. Irgendwie passt das mehr (oder eher weniger) "modische" Bild in Grau, das Matthias Richling auf der Bühne abgibt, wieder einmal ganz vorzüglich zu seinem 25. Programm "Richling - Das @ntWort". Das präsentierte das Haus der Springmaus jetzt im restlos ausverkauften Brückenforum.

Ob Alt- oder der Neubundeskanzler, jeder bekommt sein Fett weg: der sportliche Außenminister mit Vergangenheit ebenso wie der Finanzminister. Richling demonstriert ganz nebenbei, dass der Bürger mit "Fernbedienung" in der Hand zwar das eigentliche Schalten und Walten innehat, bei einem Gerät mit zerbrochener Mattscheibe aber gar nichts bewirken kann.

"Von der alten Regierung nahmen wir an, dass sie keine Ahnung hat. Von der neuen wissen wir es ganz gewiss." Er verhaspelt sich an den Auswüchsen der Regierungsprogramme und tut dies mit einer fast brutal-entlarvenden Komik.

Für manchen Geschmack mag er den Bogen gelegentlich überspannen. Beispielsweise bei seiner Figur der rechtsextremen Hessin, die sich diesmal zum Holocaust-Denkmal in Berlin äußert. Angesichts anderer Reizthemen wie Rinderwahn, Euro, großer Lauschangriff und Doppelpass kommt dann ein bisschen Satiriker-Philosphie nicht schlecht: "Das Leben ist Phantomschmerz. Man denkt, man hat''''s, aber eigentlich tut''''s bloß weh."