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Philharmonie in Köln: Das bringt die Saison 2016/2017

Philharmonie in Köln : Das bringt die Saison 2016/2017

Zur Vorstellung des neuen Saison-Programms der Kölner Philharmonie sprudelte der Champagner. Das edle Getränk wurde im nur wenige Schritte vom Konzerthaus entfernten Restaurant maiBeck gereicht. Der Anlass: 30 Jahre Kölner Philharmonie.

Die Zahl 30 bedeute Glück, hatte Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach recherchiert, und Intendant Louwrens Langevoort hob die Zeitlosigkeit der Architektur hervor. „Das Gebäude ist nach wie vor schön“, sagte er.

Der runde Geburtstag des 1986 eröffneten Hauses schlägt sich freilich nicht nur in gefüllten Gläsern nieder, sondern ab September auch im Programm. Ein erstes Highlight ist ein gemeinsames Konzert der beiden philharmonischen Hausorchester Gürzenich und WDR, die beide zusammen auf der Bühne sind „inklusive ihrer Chefdirigenten“, wie Langevoort hervorhob.

François-Xavier Roth (Gürzenich) und Jukka-Pekka Saraste (WDR-Sinfonieorchester) dirigieren gemeinsam das groß angelegte „Konzert für zwei Orchester“ des slowenischen Komponisten Vito Žuraj, und sozusagen solistisch Werke von Debussy und Sibelius. Mit dem Auftragswerk will die Philharmonie an die große Bedeutung der neuen Musik für die Geschichte des Hauses erinnern.

Die Grenzen der Kunstformen überschreitet die Philharmonie mit einem Auftritt des Ensembles Musikfabrik, das als Hommage an den 40. Geburtstag des benachbarten Museum Ludwig Klänge über bildende Kunst vorstellt, darunter eine audiovisuelle Installation von Marcus Schmickler über Arbeiten des in Köln lebenden Gerhard Richter.

Im Januar 2017 wird dieser Ansatz mit einem Konzert des Ensembles Intercontemporain fortgesetzt, unter anderem mit einer Komposition von Gregor Mayrhofer über Arnaldo Pomodoros Relief „Große Huldigung an das technische Zeitalter“, das normalerweise in der Volkshochschule zu besichtigen ist, auf unbestimmte Zeit aber restauriert werde, bedauerte Langevoort.

Mit der in Köln geborenen und aufgewachsenen Sängerin Anna Lucia Richter und dem russischen Klavier-Shootingstar Daniil Trifonov rückt die Philharmonie zwei junge Interpreten in den Fokus. „Wir haben bewusst welche ausgewählt, die die 30 noch nicht überschritten haben“ sagte Lange-voort. Also jünger, als die Philharmonie selbst.

Außerdem startet die Philharmonie in Kooperation mit dem Bonner Beethovenfest unter dem Titel „Kollaborationen“ eine Tanzoffensive mit Schwerpunkt auf den amerikanischen Postmodern Dance. Unter anderem wird es eine 13-stündige Performance im Kölner Stadtraum geben. Das genaue Programm wird Anfang Juni vorgestellt.

Aber natürlich gibt es im Angebot der auf diverse Abo-Reihen verteilten 400 Veranstaltungen der kommenden Saison auch wieder jede Menge klassische Highlights, darunter Auftritte der Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres neuen Chefs Valery Gergiev. Die Wiener Philharmoniker kommen mit Barenboim und Metzmacher.

Der Countertenor Valer Sabadus singt gleich vier Mal in Köln. Auch Cecilia Bartoli und Hélène Grimaud sorgen für ein bisschen Star-Glamour. Und für den iranischen Cembalisten Mahan Esfahani gilt „Spiel's noch einmal“: Am 1. März will er dem Kölner Publikum nach dem Eklat im vergangenen Februar Steve Reichs „Piano Phase“ erneut präsentieren.

Ein Acht-Brücken-Festival wird es im kommenden Jahr auch geben. Und für 2018 zeigt sich Kulturdezernentin Laugwitz-Aulbach ebenfalls schon optimistisch: „Ich denke, da wird es eine gute Lösung geben.“

Ausführliche Informationen in der neuen Saisonbroschüre und im Internet unter koelner-philharmonie.de