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Klassiker und Entdeckungen:: Das Arp-Museum Rolandseck bietet 2013 ein breites Spektrum

Klassiker und Entdeckungen: : Das Arp-Museum Rolandseck bietet 2013 ein breites Spektrum

"Das Jubiläumsjahr war anstrengend", klagt Oliver Kornhoff und freut sich auf die "Normalität": "Aber was heißt bei uns schon normal!" Der Direktor des Arp-Museums Bahnhof Rolandseck in Remagen registriert zufrieden, dass das Themenjahr "Architektur" mit Jubiläums-September und großartiger Ausstellung über Richard Meier so gut angenommen wurde.

"Mit 70.000 Besuchern ein spektakuläres Jahr", bilanzierte er gestern bei der Vorstellung des Programms für 2013. Von der beschworenen "Normalität" aber keine Spur, denn das Arp-Museum hat einige Überraschungen, durchaus Gewagtes und Mutiges im Portfolio.

Zwar startet das Ausstellungsjahr eher gediegen mit den Patronen Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp sowie der unter anderem durch Druckgrafik erweiterten Sammlungspräsentation "Wolkenpumpen", die vor einem Jahr eröffnet wurde. Doch dann wird es wild: Fast 15 Jahre nach der Werkschau im Kölner Museum Ludwig holt das Arp-Museum die berühmten "Umrandungen", "Umwicklungen", die Comic-artigen Medien-Reflexe und die witzigen Piktogramme des Kölner Provokateurs und Querdenkers C.O. Paeffgen als Licht.

Paeffgen wird im Oktober 80. Wie viele Ausstellungen dieses Jahres im Arp-Museum kreist auch diese um das Jahresthema "Künstler-Ich". Paeffgen, der auch mit seinen "erotischen und ein bisschen derberen Sachen" (Kornhoff) präsentiert wird, setzt die ambitionierte Rheinland-Serie (Buthe, Spoerri) fort.

So spannend es sein wird, zu sehen, wie Paeffgen heute ankommt, so aufregend dürfte es werden, wenn das Arp-Museum im Herbst den ungarischen, 1986 gestorbenen Bildhauer Lajos Barta zeigt. In vielen NRW-Städten stehen seine raumgreifenden abstrakten Metallskulpturen. In den 60er Jahren lebte er im Bahnhof Rolandseck, später zog er nach Köln. Was sein großes Oeuvre uns heute noch zu sagen hat, wird diese Retrospektive zeigen.

Während Barta für die Geschichte und Anfänge des Künstlerbahnhofs steht, markieren Caro Bittermann und Peter Duka mit ihren "Geheimen Gärten Rolandswerth" die quirlige, gärende Phase vor der Eröffnung des Meier-Baus. Bittermann und Duka, die inzwischen nicht mehr als Team arbeiten, bekommen im Bahnhof eine Werkschau, in der unter anderem das Projekt "Die Dritte Kammer" Thema ist.

Neuland betritt das Haus mit der vielversprechenden US-Amerikanerin Tara Donovan (Jahrgang 1969), die Kornhoff zusammen mit dem Louisiana Museum in Kopenhagen erstmals zu einer Werkschau nach Europa holt. Donovan ist bekannt für ihre gleichsam wuchernden, amorphen und "poetischen" (Kornhoff) Ballungen von Alltagsmaterialien wie Zahnstocher, Plastikbecher und Kabelenden. Die grandiose Schau von Steiner & Lenzlinger, "Hochwasser - Trink oh Herz vom Überfluss der Zeit!" (2011), bekommt hier offensichtlich ihre Fortsetzung unter neuen Vorzeichen.

Bleibt noch die Kunstkammer Rau: "Der Künstler und sein Modell" ist die Auswahl des Jahres überschrieben. Von einem Vera icon des Mittelalters ausgehend, führt der Parcours über Cranach und Renoir bis Degas, Vuillard und van Dongen. Große Namen für ein spannendes Thema.

Ausstellungen, Konzerte und Lesungen im Themenjahr "Künstler-Ich"

  • Ausstellungen im Arp Neubau: Fortsetzung von Arps "Wolkenpumpen"-Schau (ab 17.2.); C.O. Paeffgen zum 80. Geburtstag (ab 22.3); Kunstkammer Rau: "Der Künstler und sein Modell" (ab 17.5.); Werkschau der US-Künstlerin Tara Donovan (ab 29.9.)
  • Ausstellungen im Bahnhof Rolandseck: "Geheim", Kunst von Bittermann & Duka (ab 19.4.); der Bildhauer Lajos Barta (ab 8.11.)
  • Konzerte: Schuberts "Winterreise" mit Robert Holl und Oleg Maisenberg (24.1.); Sergei Nakariakov, Flügelhorn, und Maria Meerovitch, Klavier (28.2.); Zukerman Chamber Players (30.4.); Stipendiaten Villa Musica (21.6.); 8. Rolandseck-Festival, Gäste: Elina Garanca, Sol Gabetta, Emmanuel Pahud und Isabel Karajan (8.-16.7.); Konzert "Geheime Gärten" (27.7.); Borodin-Quartett in Kooperation mit dem Beethovenfest (1.10.)
  • Lesungen: Ilja Trojanow (12.3.); Nora Gomringer und Franz Tröger (9.4.); Denis Scheck präsentiert Heinrich Steinfest (18.6.); türkische Poesie (22.10.)