"Cyrano" im Euro Theater Central Bonn: Premiere am 21. November

Aufführung in Bonn : Euro Theater Central inszeniert „Cyrano“ im Thalia-Kuppelsaal

Das Euro Theater Central inszeniert „Cyrano“ im Thalia-Kuppelsaal. Wie genau die Premiere am 21. November wird, ist noch offen. Unterhaltsam dürfte es aber auf jeden Fall werden.

Mutig ist er schon, der Cyrano. Ganz allein will er es mit hundert Mann aufnehmen, fürchtet weder Tod noch Teufel. Doch wenn Frauen ins Spiel kommen, wird der Spötter und Lebemann, dessen Zunge ebenso flink und spitz ist wie sein Degen, mit einem Mal ganz still und schämt sich seiner vermeintlich riesenhaften Nase. Man kennt die Geschichte durch den Kinohit „Cyrano de Bergerac“ mit Gérard Depardieu aus dem Jahr 1990. Nun nimmt sich das Euro Theater Central, das während des andauernden Umzugs in ein neues Domizil im Kuppelsaal der Thalia-Buchhandlung Asyl gefunden hat, der Komödie von Edmond Rostand an, inszeniert den Stoff als gnadenlos komischen Slapstick – und lässt doch genug Raum für einige dramatisch-tragische Momente.

Bereits in der Probenphase erweist sich das Stück um den empfindsamen, wortgewandten Poeten und Fechter als gute Ergänzung des Euro-Theater-Repertoires. Es ist spritzig und verrückt, absurd und überzeichnet, gleichzeitig aber auch durchaus melancholisch und bewegend. Genau dieser Kontrast schafft eine Fallhöhe, die die ruhigen Szenen besonders betont, wie Regisseurin Laura Tetzlaff erklärt.

Erarbeitung des „Cyrano“ ist anspruchsvoll

„Die nötige Leichtigkeit bringen die Schauspieler bereits mit, so dass es eher meine Aufgabe ist, ihnen den Raum zu geben, um ein wenig herum zu spinnen und zu experimentieren, wie weit sie gehen können“, sagt sie. „Dabei geht es oft um Nuancen, was die Erarbeitung recht anspruchsvoll macht. Die dramatischen Szenen sind in der Regel leichter zu spielen, aber sehr schwer auszuhalten, weil sie gerade durch die abrupten Wechsel ungeheuer nahe gehen.“

Im besten Fall bewegt beides, die Komik ebenso wie die Ernsthaftigkeit. „Genau deshalb haben wir ‚Cyrano‘ ausgewählt“, führt Intendantin Ulrike Fischer aus. „Es ist ein Klassiker, der großen Wert auf Sprache setzt und sich mit einem zeitlosen Thema auseinandersetzt, aber gleichzeitig jene Spielfreude fördert und fordert, die uns stets wichtig war. Außerdem passt die von uns gewählte Jugendfassung von Jo Roets und Greet Vissers gut an diesen Ort, den wir mit dem Jungen Theater teilen dürfen und der für die Schauspieler besondere Möglichkeiten eröffnet.“

Nicht nur der Raum, auch das Ensemble ist neu: Paula Luy, Gareth Charles und Jonathan Dorando sind Absolventen und Studenten der Schauspielschule Der Keller Köln, die erstmals vom Euro Theater engagiert wurden.

„Cyrano“ in Bonn wird unterhaltsam

„Ich genieße es, mit diesen jungen Talenten zu arbeiten“, gesteht Regisseurin Tetzlaff. „Bei jeder Probe bringen sie neue Impulse mit ein und kreative Ideen für diese wahnsinnige Bling-Bling-Welt zwischen Schein und Sein, die ich am liebsten alle integrieren würde. Dabei muss ich allerdings stets versuchen, die Balance zwischen Leichtigkeit und Präzision zu wahren.“

Was nicht immer so einfach ist, wenn Dorando mal wieder kurz aus der Rolle springt und die so genannte Vierte Wand durchbricht oder wenn Charles seine Rolle als eitler Geck de Guiche noch grotesker anlegt als zuvor, ohne dabei die Kontrolle über die Figur zu verlieren. „Ich mache ja wirklich schon lange Theater“, sagt Ulrike Fischer dazu, „aber ich habe noch nie in einer Probenphase so viel gelacht wie jetzt.“ Wie genau sich „Cyrano“ bei der Premiere am 21. November präsentieren wird, ist noch offen. Unterhaltsam dürfte es aber auf jeden Fall werden.

Info: „Cyrano“, Bonn, Buchhandlung Thalia, Kuppelsaal (4. OG), 21. -23. November (20 Uhr); 28. November (18 Uhr); 29. und 30. November (20 Uhr); 19. und 20. Dezember (20 Uhr); 23. Dezember (20 Uhr). Karten für 15 Euro (ermäßigt 9 Euro) u.a. Theater- und Konzertkasse in der Galeria Kaufhof, Tel. (0228) 65 29 51; www.theatergemeinde-bonn.de

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