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Charme der Zwanziger hielt Einzug in die Kaiserhalle

Charme der Zwanziger hielt Einzug in die Kaiserhalle

Kann denn Liebe Sünde sein: Die "Glühwürmchen" begeisterten bei ihrem Auftritt in Bornheim

Bornheim. In langen, fließenden Kleidern standen sie auf der Bühne. Vier junge Frauen mit Instrumenten und Schmalz in der Stimme. Singend und spielend schworen sie die goldenen zwanziger und dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts herauf. Neben glitzerndem Stirnband gehörte die Feder am Kopf schon obligat dazu. Die Glühwürmchen zauberten für die rund 150 Gäste in der Kaiserhalle den nostalgischen Charme der teilweise doch recht offenherzigen Texte auf die Bühne.

Mario Zielenbach am Schlagzeug und Harald Schollmeyer am Piano begleiteten das Damenquartett bestehend aus Janna Carl, Marion und Elke Buschmann und Ulrike Wesely. Am Bass und Akkordeon war Martina Schumeckers zu hören. "1990 gründeten mein Schwiegervater Papa Joe Buschmann mit uns das Orchester", berichtet Elke Buschmann.

Im Jahr 2000 übergab der heute 78jährige die Leitung an seine Schwiegertöchter. "Wir alle haben zusammen Musik studiert", erzählt Buschmann aus der Geschichte der Glühwürmchen. Die heute 32- bis 38-jährigen Musikerinnen studierten nicht nur ihre Instrumente, sondern auch Gesang. "Das ist eine große Ausnahme hier in Deutschland, dass wir spielen und singen", ist Buschmann stolz.

"Zwar wohnen wir nicht mehr alle in Köln, finden aber immer wieder zu Auftritten und Proben zusammen." Jeden Sonntag und Dienstag ist die Wiederauferstehung der zwanziger Jahre in Papa Joe''s Klimperkasten in Köln zu hören. Mit bekannten Stücken wie "Kann denn Liebe Sünde sein", "Er heißt Waldemar", "Putting on the Ritz" und "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" spielten und sangen sie die bekanntesten Stücke dieser Ära.

"Mein Schwiegervater hat sich das Thema 20-er und 30-er Jahre damals ausgesucht. Diese Zeit ist für ihn musikalisch am interessantesten gewesen", berichtet Buschmann weiter.

Das fanden auch die Zuhörer in der Kaiserhalle, die die schmunzelnde Moderation von Marion Buschmann zu schätzen wussten: "Eigentlich wollten wir ja an der Grand-Prix-Vorentscheidung teilnehmen, aber da wir in Bornheim eingeladen waren, ist es uns wichtiger, heute hier zu sein." Die Baccerole von Jacques Offenbach gaben sie als Zugabe für das begeisterte Publikum und bewiesen damit noch einmal eindrucksvoll ihre konzertanten und sängerischen Fähigkeiten.

Das organisierende Bornheimer Kulturforum konnte mit dem Applaus und der Zustimmung der Gäste genauso zufrieden sein wie die Akteure auf der Bühne.