Bürger für Beethoven erwarten ein Konzerthaus auf hohem Niveau

Bürger für Beethoven erwarten ein Konzerthaus auf hohem Niveau

Vorsitzender Jung wünscht sich "Klangmeile im Norden"

Bonn. Hervorgegangen aus einer Bürgerinitiative, die sich 1993 nicht damit abfinden wollte, dass die Stadt - als Folge allgemeiner Sparmaßnahmen - das traditionsreiche Bonner Beethovenfest einfach fallen gelassen hatte, haben es die "Bürger für Beethoven" zunächst selbst in die Hand genommen.

In den Jahren 1995 bis 1998 etablierten sie mit ihrem "Beethoven-Marathon" ein eigenes, Aufsehen erregendes Musikfest. Aus den einstigen kulturpolitischen Kommunarden sind heute "Freunde und Förderer" geworden, die unter anderem mit "Beethoven Bonnensis" erfolgreich zum Rahmenprogramm beitragen.

Neben diesem Engagement konzentriert sich das Interesse der "Bürger" gegenwärtig auf das Zukunftsprojekt Festspielhaus, wie Manfred Jung, der Vorsitzende, anlässlich der Mitgliederversammlung im Rheinhotel Dreesen es formulierte. "Ein Konzerthaus auf ganz hohem Niveau" erwarte man sich, das der "Museumsmeile im Süden" als "Klangmeile im Norden" gegenüber stehe.

Mit dem Architekten Ulrich Müller-Langhardt hat man einen Bau- , mit dem Orgelbauer Philipp C. A. Klais einen Akustik-Spezialisten in den eigenen Reihen. Aus städtebaulicher Sicht favorisiert Müller-Langhardt die Entwürfe von Zaha Hadid und Richard Meier, wohingegen Klais darüber hinaus mit Hermann & Valentiny und mit Arata Isozaki allen vier der noch verbliebenen Projekte gute Chancen bescheinigt, "in akustischer Hinsicht Bestand zu haben im weltweiten Wettbewerb der Konzertsäle".

Gleichsam zur Belohnung hatten sich die "Bürger" mit Ekaterina Richter (Jahrgang 1982) eine Pianistin eingeladen, die sich derzeit unter den Fittichen von Pavel Gililov an der Kölner Musikhochschule befindet. Beethoven musste es sein, die d-Moll-Sonate aus op. 31. In der jungen Pianistin lebt sie weiter, die berühmte russische Schule mit ihrer tiefen Seele.

Beethoven hält solche Lesart zwar aus, eigentlich aber gehört sie längst der Historie an. Tschaikowskys "Thème original et variations" op. 19 Nr. 6 in F hingegen steht solch überbordende, mit dem Effekt durchaus kalkulierende Expressivität gut zu Gesicht.

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