Brühler Schlosskonzerte starten mit attraktivem Programm in neue Saison

Brühler Schlosskonzerte starten mit attraktivem Programm in neue Saison

Die Brühler Schlosskonzerte werden in diesem Jahr den Hauch eines Klavierfestivals haben. Natürlich mit einem Akzent auf der Musik der Zeit vor Beethoven. Martin Stadtfeld spielt ein Konzert von Johann Sebastian Bach, während Andreas Staier, Jos van Immerseel sowie Kristian Bezuidenhout jeweils als Solisten in einem Konzert von Mozart zu hören sein werden.

Mit Soloklavierabenden präsentieren sich in Brühl der Franzose und Schumann-Enthusiast Eric Lesage sowie der Amerikaner Tzimon Barto, der mit Haydn, Ravel und Rameau antritt. "Seine Rameau-CD zählt zu den schönsten Klaviermusik-Aufnahmen, die ich in den vergangenen Jahren gehört habe", schwärmt der Dirigent und Festival-Intendant Andreas Spering, der gestern das Gesamtprogramm der am 12. Mai beginnenden Schlosskonzerte vorstellte.

Dabei setzt der Musiker auf die bewährte Mischung aus Orchesterkonzerten mit Schwerpunkt Alte Musik, Kammermusik und Klavierabende. So beginnen die Festspiele mit einem Konzert des jungen italienischen Ensembles Il Tempio Armonico, das Musik von dall'Abacco sowie Vivaldis "Vier Jahreszeiten" präsentiert. Den Sologeigenpart übernimmt Ensemble-Leiter Alberto Rasi. Weitere Ensembles sind L'Armonia Sonora unter Leitung der Gambistin Mieneke van der Velden, die noch jungen Barocksolisten München, das Elbpolis Barockorchester aus Hamburg, Jos van Immerseels Anima Eterna und das aus Straßburg stammende Ensemble Le Parlement de Musique. Alle diese Ensembles haben sich auf das Spiel mit alten Instrumenten spezialisiert. Auf traditionellen modernen Instrumenten spielen hingegen die Musiker des Kölner Kammerorchesters. Dass sie wieder in Brühl gastieren, war übrigens ein Wunsch des im Januar verstorbenen Festival-Gründers Helmut Müller-Brühl.

In diesem Jahr ist sogar auch wieder eine Oper im Angebot. Am 17. August eröffnet die traditionelle Haydn-Woche der Schlosskonzerte mit dem Dramma giocoso "Der Apotheker". Vor allem auf die junge südafrikanische Sopranistin Golda Schultz freut Spering sich, der die Aufführung mit der Capella Augustina im Treppenhaus von Schloss Augustusburg selbst dirigiert, und prognostiziert: "Die wird man in vier Jahren bei den ganz großen Festivals hören." Bislang singt sie im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper. Die Kammerkonzerte sind mit dem Fauré-Quartett, dem Wiener Klaviertrio sowie dem Quatuor Modigliani ebenfalls hochkarätig besetzt.

Die Brühler Schlosskonzerte haben immer schon ein Herz für Kinder gehabt. Und so bieten sie in der aktuellen Saison auch wieder Veranstaltungen für Konzertbesucher ab vier Jahren an. So gibt es zum Muttertag (13. Mai) im benachbarten Max Ernst Museum unter dem Titel "Der Teufel mit den goldenen Löckchen" ein Schauspiel mit Gesang, das von einem Programm rund um die aktuelle, Niki de Saint Phalle gewidmete Ausstellung umrahmt wird.

Auf eine Neuerung machten die Veranstalter gestern aufmerksam: Die Konzerte an den Sonntagen beginnen bereits eine halbe Stunde früher als gewohnt um 19.30 Uhr.

Nähere Infos: www.schlosskonzerte.de. Kartenvorverkauf ab heute unter anderem in den Ticket-Shops des General-Anzeigers und bei bonnticket.de

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