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"Bobbys Klassik" nimmt Zuschauer mit auf eine Weltreise

"Bobbys Klassik" nimmt Zuschauer mit auf eine Weltreise

Ziemlich viel unterwegs war das Publikum von "Bobbys Klassik", dem Kinder- und Jugendprogramm des Beethoven Orchesters: es gab einen Abstecher nach Amerika, eine Fahrt auf Nil und Themse und eine Reise zur Rückseite Europas.

Bonn. Ziemlich viel unterwegs war das Publikum in der aktuellen Saison von "Bobbys Klassik", dem Kinder- und Jugendprogramm des Beethoven Orchesters:

es gab einen Abstecher nach Amerika, eine Fahrt auf Nil und Themse, eine Reise zu den Rückseiten der europäischen Münzen.

Nach Karthago, in den Palast der Königin Dido, führte jetzt das Finale der Reihe. Im großen Saal der Telekom-Zentrale, durch die Beethoven-Competition als Konzertsaal erprobt, stand Henry Purcells Oper "Dido und Aeneas" auf dem Programm.

Die Zuschauer erlebten eine stimmige Inszenierung von Thomas Honickel, die eine Menge an Bühnenattraktionen zu bieten hatte, aber trotzdem der Musik genügend Raum zur Entfaltung ließ. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließ das Quartett der Hauptpersonen.

Katharina Greiß-Müskens lieh der Dido einen lyrischen und koloraturengewandten Sopran, der den Gefühlstaumel zwischen freudiger Erwartung, Enttäuschung, Wut und Todessehnsucht glaubhaft machte. Fabelhaft auch, wie intensiv und präsent Kathrin Burghardt die Rolle der Belinda darbot.

Mit einem schmiegsamen, leicht ansprechenden Tenor gab Nathan Northrup den Aeneas, jenen Prinzen aus Troja, der mit ein paar Gefährten in Karthago landet und sich in die verwitwete Königin Dido verliebt.

Dass diese Liaison tragisch endet, ist einer Intrige der Zauberin geschuldet, die Sandra van Gemert mit der nötigen Portion Hinterlist und Gemeinheit ausstattete.

Auch Kristina Fedotova und Carina Schwarzenberg als erste und zweite Hexe konnten überzeugen, ebenso das stark besetzte Chorensemble, das sich aus dem Jugendchor der Oper Bonn, dem Kids Klassik Jugendchor und dem Bobbys Klassik Choir zusammensetzte.

Thomas Honickel am Pult motivierte das Beethoven Orchester zu vitalem und klangschönem Spiel.

Ein Gewinn für die Aufführung waren zudem die jungen (und ganz jungen) Tänzerinnen des Ballettstudios Bondar, die sich als Festgesellschaft, als ausgelassene Matrosen oder als Besen schwingende Hexen effektvoll in Szene setzten.

Das ergreifende Schlussbild mit einem Schwarm kleiner Cupidos, die der aus Gram dahin geschiedenen Königin mit Rosen die letzte Ehre erweisen, blieb noch lange in Erinnerung.