Bericht über die Jahre 2013/14: Besucher-Minus im Haus der Geschichte

Bericht über die Jahre 2013/14 : Besucher-Minus im Haus der Geschichte

Die Stiftung Haus der Geschichte hatte in ihrem Bonner Haupthaus 2014 weniger Zulauf als im Jahr zuvor. 2014 kamen fast 661.000 Besucher, ein Jahr zuvor waren es mehr als 808.000 gewesen. Insgesamt lockte die Stiftung mehr als eine Million an.

Die Stiftung Haus der Geschichte mit Sitz in Bonn bespielt die ganze Republik mit Wanderausstellungen - von Hohenweststedt im Norden bis Freiburg, von Düsseldorf bis Dresden sind die Produkte Made in Bonn oder Leipzig zu sehen ("Jüdische Porträts", "Bilder im Kopf", "Lili Marleen, "Wilde Zeiten"). Im Bonner Haupthaus muss die Stiftung mit Standbeinen in Berlin und Leipzig allerdings ein Besucherminus - auf hohem Niveau - hinnehmen, wie der Bericht der 2013/2014 verrät. So kamen 2014 fast 661.000 Besucher ins Haus, ein Jahr zuvor waren es mehr als 808.000 gewesen.

Verantwortlich für das Minus sind die Rückgänge bei den Besuchern der Wechselausstellungenund der "Historischen Orte". Das hat einmal mit der Taktung und Laufzeit der Ausstellungen, anderseits damit zu tun, dass bei den "Historischen Orten" 2014 nur der Kanzlerbungalow und der Bundesrat, wegen Sanierung nicht aber das Palais Schaumburg wie im Jahr zuvor auf dem Programm standen.

Ein leichtes Minus gib es im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, das 2014 von 189.000 Menschen besucht wurde. Mit einem satten Plus schnitten die beiden Neuzugänge in Berlin ab, der Tränenpalast und die Kulturbrauerei: 2014 kamen 312.000 Besucher.

Insgesamt zog die Stiftung 2014 mehr als eine Million Geschichtsfansan. Interessant ist der Zuwachs der "Begleitungen" bei Ausstellungen und an den "Historischen Orten". Kommentierte Geschichte scheint also stärker nachgefragt zu sein. In diesem Zusammenhang passt, dass das Haus der Geschichte und das Deutsche Historische Museum ihr gemeinsames Internetportal Lebendiges Museum online" (LeMO) 2014 völlig erneuert freigeschaltet haben.

Die Sammlung der Stiftung wächst stetig: 2013/14 kamen rund 12.000 Museumsobjekte hinzu (insgesamt sind es 800.000). Ein spektakulärer Zugang war Sabri Gülers Ford 100 Transit, Baujahr 1969 für die Schau "Immer Bunter. Einwanderungsland Deutschland". Der türkische Gastarbeiter hatte damit seit 1980 vielfach die Strecke Westfalen-Bosporus zurückgelegt.

Für die Ausstellung "Unter Druck. Medien und Politik", die im Herbst in Bonn startet, erwarb die Stiftung Archivalien vonGünter Wallraff, darunter seine "Valentine"-Schreibmaschine sowie das Jackett, das Wallraff bei seinem Undercovereinsatz als "Hans Esser" in Hannover trug.

Neuzuwächse auch für die aktuelle Schau "Schamlos? Sexualmoral im Wandel": Unter anderem wurden eine Handtasche im Vagina-Design der polnischen Künstlerin Ivona Demko und die symbolischen Ringe der "True Love Waits"-Bewegung erworben, die für sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe eintritt.