Beissels Mozart-Abend in der Beethovenhalle

Beissels Mozart-Abend in der Beethovenhalle

Dirigent und Orchester beeindrucken mit einem locker-leichten Musikspiel

Bonn. Das nun bald zu Ende gehende Gedenkjahr 2006 würdigten Heribert Beissel und seine Klassische Philharmonie noch einmal mit einem reinen Mozart-Abend in der Beethovenhalle.

Und wie zu erwarten war, beeindruckten Dirigent und Orchester wieder mit einem Mozart-Spiel, wie man es sich wünscht: locker-leicht und musikantisch-agil, durchaus auch mit dem nötigen Tiefgang und Espressivo-Gestus.

Das galt zum einen für die beiden rahmenden Sinfonien, die reizende letzte Salzburger Nr. 34 C-DUR KV 338 und die in kürzester Zeit entstandene Linzer Sinfonie Nr. 36 C-Dur KV 425. Und das galt zum anderen fürs Klavierkonzert Nr. 9 Es-Dur KV 271. In der Pianistin Guzal Hilbertz-Enikeeva war dafür eine ideale Interpretin gefunden worden.

Perlende Leggierezza und bestechende Bewegungs-Präzision, ein klangdynamisch und artikulatorisch subtil abgestufter Spielstil, auch in den Kadenzen (von denen das spritzige Finale ja gleich zwei hat), kennzeichneten ihre Mozart-Interpretation. Beim gleichgesinnt mitmusizierenden Orchester konnte sie sich dabei wohl aufgehoben fühlen.

Von ganz besonderer Schönheit und feinsinniger Ausdrucksintensität das wunderbar expressive, in seinen c-Moll-Außenteilen fast seufzerartig skandierte und oft stark rezitativische Andantino.

Dass die junge Künstlerin herzlich und lange gefeiert wurde, verwunderte nicht, erstaunlich aber, dass sie danach noch zwei markante Zugaben parat hatte: den unerhört anspruchsvollen "Gnomenreigen" von Franz Liszt und Beethovens "Wut über den verlorenen Groschen", dessen furiose Wiedergabe ihr zu Recht Bravo-Rufe eintrug.

Aber auch Dirigent und Orchester ernteten am Ende des Abends, nach der "Linzer", sehr verdienten Beifall. Und auch sie spendierten noch eine Zugabe, einen charmanten Satz aus Mozarts sehr früher D-Dur-Sinfonie KV 181.

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