Bei GA-Adventsaktion Opernkostüm gewonnen

Bei GA-Adventsaktion Opernkostüm gewonnen

Maria Annette Schäfer aus Sankt Augustin hat ein traumhaftes Kleid aus dem Kostümfundus der Bonner Oper gewonnen. Anlässe für besondere Roben gibt es im Hause Schäfer immer mal wieder.

Schwarzer Samt fegt über den Boden und wallt pompös an übergroß geschnittenen Keulenärmeln, die sich beim Hinanschreiten majestätisch bauschen. Goldene Lurexspitze folgt den Konturen des Körpers. Eine opulente Spitzenborte bedeckt die Schleppe. Auf champagnerfarbenem Satin legen sich feine Goldblätter akkurat nebeneinander. Der tiefe Ausschnitt ist weich eingefasst von Organza. Das Kleid ist ein Traum. Maria Annette Schäfer aus Sankt Augustin-Meindorf darf ihn mitnehmen - und behalten.

Das traumhafte Kleid stammt aus dem Kostümfundus der Bonner Oper. Ebendort machte es sich halbwegs schmal auf den vollgepropften Kleiderwagen im Lager, zusammen mit unendlich vielen anderen kostbaren und weniger kostbaren Kostümen, die alle vor Jahr und Tag in dieser oder jener Inszenierung einmal einen großen Auftritt hatten. Und dann verstaut wurden, für irgendwann, wenn mal wieder ihr Stil, ihre Farbe für eine Bühnenschau gefragt ist.

Adelheid Pohlmann, die Chefin des Kostümfundus von Theater und Oper Bonn, trennt sich eigentlich nur dann von ihren Schätzen, wenn sie wirklich auseinanderfallen, also auch von der sensibelsten Näherin nicht mehr zu retten sind. Für die Adventsaktion des General-Anzeigers machte Pohlmann eine Ausnahme: Der Kostümfundus war eines der "Adventstürchen" im Zeitungs-Kalender, wir haben ihn geöffnet, beschrieben - und ein besonderes Kostüm zur Verlosung unter den GA-Lesern erhalten. Der Traum aus Samt und Satin wurde für die Oper "Eugen Onegin" von Tschaikowski entworfen.

Der perfekte Gewinn. Und die perfekte Gewinnerin: Maria Annette Schäfer aus Meindorf macht nicht nur genau das richtige Gesicht - seeehr große Augen - und den richtigen Ausruf - "Oooh!" Außerdem ist die 49-jährige Lehrerin so zierlich, dass das Opernkleid in Größe 38 für sie sogar noch eine Idee enger gemacht werden muss.

Kostümchefin Pohlmann fasst die üppige Pracht aus Stoff cool zusammen: "Das ist nix zum Fahrradfahren." Aber vielleicht was zu Karneval? "Ach, ganz egal", sagt Schäfer. "Als ich erfahren habe, dass ich das Kostüm gewonnen habe, hab? ich mir gedacht: Ich werde einfach einen Anlass schaffen, um es zu tragen."

Anlässe für besondere Roben gibt es im Hause Schäfer immer mal wieder. "Wir veranstalten gern mit unseren Freunden Motto-Feste", erzählt Schäfer. Als erstes wird sie aber ihre Schüler von der Grundschule Sieglar mit dem Gewinn beeindrucken: "Ich zieh's auf jeden Fall mal einmal für meine Klasse an." Und für die Familie sowieso. Heinz-Willi Schäfer zollt dem Kostüm schon gleich vor Ort die gebührende Bewunderung: als seine Frau aus dem Anproberaum der Oper kommt - nein: schreitet.

Der Zugewinn im Kleiderschrank hat natürlich auch für ihn Konsequenzen: "Ich fühle mich wie eine Großfürstin im Zarenreich", stellt seine Frau nämlich fest. Und fügt hinzu: "Wenn du mich in diesem Kostüm begleiten willst, musst du dir was einfallen lassen", sagt Maria Annette Schäfer. "Ein Ritter auf dem weißen Pferd mit Rose im Mund ist eigentlich das Mindeste."

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