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Beethoven Orchester serviert "Clara und Robert - Szenen einer Ehe"

Beethoven Orchester serviert "Clara und Robert - Szenen einer Ehe"

Porträtkonzerts der Reihe "Bobbys Klassik" mit Thomas Honickel

Bonn. Robert hatte die Auswahl an diesem Nachmittag. Gleich vier Claras zwischen fünf und dreizehn saßen mit dem ebenfalls 13-jährigen Teenager auf der Bühne der Oper - mehr gab es nicht im Publikum des zweiten Familienkonzerts.

Und der Name Robert ist offenbar seit einiger Zeit gänzlich aus der Mode gekommen. Konzertpädagoge Thomas Honickel als Moderator verzichtete zwar darauf, nun eine kleine "Herzblatt-Show" zu initiieren, kitzelte aber doch ein paar Bekenntnisse über eine mögliche Liebste respektive Liebsten aus seinen jungen Gästen heraus.

"Nett" solle sie sein, "humorvoll" er. Und umgekehrt. Das fand bekanntlich auch Clara Wieck, die als Teenager über ihren Robert, Robert Schumann nämlich, schrieb: "Er ist ein lieber Kerl, manchmal ein wenig verträumt, aber so lieb ?"

Da wusste die junge, begabte Pianistin noch nicht, dass bis zur Heirat mit Robert noch ein paar juristische Hürden zu überwinden waren. "Clara und Robert - Szenen einer Ehe" lautete der Titel des Porträtkonzerts in der Reihe "Bobbys Klassik".

Anna Feichtinger gab die Erzählerin, Charleen Manke und Moritz Honickel schlüpften in die Rollen von Clara und Robert Schumann, das Beethoven Orchester unter Leitung von Thomas Honickel steuerte eine Fülle an Instrumentalmusik von der "Rheinischen Sinfonie" bis zum Konzertstück für vier Hörner (mit dem "BOB-tett") bei.

So brachte der Nachmittag auch ein Wiederhören mit Clara Schumanns Klavierkonzert (auf das Robert später mit seinem Konzert antwortete). Keiko Nakayama spielte klar, aber ein bisschen unterkühlt.

Ein schöner Einfall war es, Clara Wieck, später Schumann, in Gestalt von vier jungen Sängerinnen auftreten zu lassen, die das Leben von Clara mit Liedern aus dem Zyklus "Frauenliebe und -leben" spiegelten.

"Seit ich ihn gesehen" sang Franziska Fait, noch ein bisschen zurückhaltend, im "Ich kann's nicht fassen, nicht glauben" ließ Scarlett Pulwey mit stimmlicher Präsenz aufhorchen.

Auf der Spielebene hatten sich Robert und Clara da gerade brieflich ihrer ewigen Treue versichert. Den Ring, der ihre Verlobung öffentlich machte, besang Kerstin Kopp mit "Du Ring an meinem Finger".

Charlotte Quadt schließlich komplettierte das Quartett (dem Thomas Honickel als versierter Liedbegleiter diente), und die Wandlung Claras vom Mädchen zur jungen Frau und Mutter fand in ihrer gereiften und eleganten Mezzosopranstimme einen wunderbaren Ausdruck.