Bachs Weihnachtsoratorium in der Aula der Uni

Bachs Weihnachtsoratorium in der Aula der Uni

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach ist in dieser Zeit allerorten zu hören, vor allem jedoch in Kirchen.

In der Aula der Universität dürfte das Werk jedoch bislang eher selten aufgeführt worden sein, nicht zuletzt weil der sakrale Rahmen, für den dieses Werk eigentlich bestimmt ist, in der nüchternen Atmosphäre eines Konzertsaales nicht mehr gegeben ist.

Dennoch ist der Wunsch nur allzu verständlich, dass auch die Ensembles der Universität einmal mit ihren Mitteln eine Aufführung realisieren, und so brachten Chor und Orchester des Collegium musicum unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Walter L. Mik jetzt die ersten drei der insgesamt sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums in der Uni-Aula zu Gehör.

Thomas Klose stimmlich am hervorragendsten

Mik setzte durchweg auf einen entschlackten, unprätentiösen Zugriff auf Bachs Musik. Das Orchester spielte zumeist präzise und schön artikulierend. Einen soliden Eindruck hinterließ auch der Chor, dessen Klang zwar ein wenig pauschal geriet, insgesamt aber eine gediegene Leistung ablieferte. Die Solisten hingegen waren sehr heterogen besetzt. Während Kara Lundsdatter, die hörbare Probleme in höheren Lagen hatte, stellenweise eine völlig indiskutable Leistung ablieferte, war die klanglich deutlich geschultere Stimme von Altistin Nicola Müllers auf einem wesentlich höheren Niveau angesiedelt.

Burkhard Zass sang seine Basspartie gewohnt souverän, Thomas Klose hingehen war an diesem Abend mit seiner schlank geführten Tenorstimme eindeutig der stimmlich am hervorragendsten disponierte Solist.

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