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Bobbys Klassik in der Beethovenhalle: Bach mochte die Null nicht besonders

Bobbys Klassik in der Beethovenhalle : Bach mochte die Null nicht besonders

Eine Aussage wie "Bach hat die Null nicht so besonders gemocht" klingt befremdlich. Beim 3. Kinderkonzert des Beethoven Orchesters, das unter dem Motto "Happy Birthday Bach!" stand, wollte Vorleserin Anna Feichtinger damit jedoch nur begründen, weshalb man bei "Bobbys Klassik" den 327. Geburtstag Bachs feiert und nicht abwartet, bis er das nächste Mal nullt.

Tatsächlich, so erfuhren die Kinder (und Eltern) in der ausverkauften Beethovenhalle, war Bach von Zahlen geradezu besessen. Er liebte es, sie in Beziehung zu setzen. Zum Beispiel zu seinem eigenen Namen. Übersetzt man die Buchstaben BACH in Zahlen und zieht daraus die Quersumme, so erhält man die 14.

Dass die feine Jacke auf einem der überlieferten Porträts Bachs 14 Knöpfe hat, ist ebenso wenig Zufall wie die vielfache Wiederkehr dieser Zahl in seinen Werken. Bachs Lieblingszahl aber war die göttliche Drei, in der sich die Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiliger Geist wiederfindet. Insofern erscheint die Feier des 327. Geburtstags (beziehungsweise der 100 x 3 + 3 x 3 x 3.) irgendwie naheliegend. Vielleicht kann man ja in zwei mal drei Jahren zum 333. noch einmal richtig nachlegen.

Die Kinder erfuhren nicht nur etwas über Bach und die Zahlen, sondern auch eine ganze Menge aus Bachs Leben. Anna Feininger (die auch als vorzügliche Sängerin zu hören war) und Moritz Honickel berichteten als sehr lebendig vortragendes Vorleser-Duo aus dem beruflichen Alltag des Thomaskantors und aus dem Familienleben des extrem kinderreichen Hauses. Dazu gab es reichlich Musik, die vom Beethoven Orchester unter Leitung von Thomas Honickel sowie vom Bobbys Klassik Youth Choir und dem Bobbys Klassik Choir sowie vielen Solisten bravourös vorgetragen wurde.

Die Ouvertüre aus der dritten Orchestersuite machte musikalisch den feierlichen Anfang, es folgte das vom Kinderchor gesungene Schemelli-Lied "Dir Jehova". Das berühmte "Air" wurde mit Chorvokalisen und Bruce Lows Kartenspiel-Text unterlegt. Radu Janai und Maria Geißler spielten hingebungsvoll einen Satz aus Bachs Doppelkonzert für zwei Violinen und Orchester, Mariska van Sande virtuos die Soloflöte in der Badinerie aus der h-Moll-Orchestersuite.

Besonders ans Herz ging die Gegenüberstellung des traurigen Chores "Ruhet wohl, ihr heiligen Gebeine" mit der Eröffnung des Weihnachtsoratoriums "Jauchzet, frohlocket", deren Fröhlichkeit selbst in der Passionszeit ansteckend wirkt.