"Kammermusik Köln" mit Musik von Komponistinnen: Aus dem Schatten heraus

"Kammermusik Köln" mit Musik von Komponistinnen : Aus dem Schatten heraus

Die vielseitigen Besetzungsmöglichkeiten der Kölner ermöglichten hierbei eine ganze Spannbreite interessanter und seltener Kombinationen.

Der Weltfrauentag ist zwar inzwischen schon verstrichen, dennoch widmeten sich die Musiker der "Kammermusik Köln" am Montagabend im Historischen Gemeindesaal der Bad Godesberger Erlöserkirche ganz den - weitestgehend unbekannten - Werken von Komponistinnen.

"Aus dem Schatten heraus" war der passende Titel des Abends, an dem Werke von Rebecca Clarke, Lili Boulanger, Louise Farrenc, Ethel Smyth, Clara Schumann und Fanny Mendelssohn zu hören waren.

So begann der Abend mit den Brüdern Julian (Violine) und Oren Shevlin (Violoncello), die Lullaby und Grotesque der Britin Rebecca Clarke spielten, das durch den Kontrast in der Stimmung bei gleichzeitiger tonlicher Nähe der beiden Streicher wirkte. Mit "D'un Matin de Printemps" von Lili Boulanger stellte sich mit Sunghyun Chung der neue Solo-Flötist des Gürzenich-Orchesters virtuos vor.

Begleitet wurde er von Gesa Lücker (im Übrigen an diesem Abend die einzige Frau auf der Bühne), die jedoch leider etwas zu gewaltig in die Tasten schlug. Dies setzte sich leider auch in dem folgenden Trio von Louise Farrenc für Flöte, Violoncello und Klavier zumindest im ersten Satz noch fort.

Mit dem zweiten Satz, einem bezaubernden Andante, übernahm die Flöte Melodie und Führung. Nach einem fröhlichen Scherzo mit Ping-Pong zwischen Flöte und Cello endete das Trio virtuos - und belohnt mit Bravorufen.

Die heitere Atmosphäre setzten Chung, Julian Shevlin und Lücker nach der Pause in Ethel Smyths "Two Interlinked French Folk Melodies" fort. In ganz andere Klangwelten entführten die Musiker zum Abschluss in Clara Schumanns "Drei Romanzen" op. 22 und dem abschließenden Klaviertrio von Fanny Hensel.

Hochromantisch und mit einem sehr lyrischen Mittelstück setzten Julian Shevlin und Gesa Lücker die Romanzen um. Höchst präzise und ausgesprochen virtuos erklang hiernach das Klaviertrio, in dem alle Instrumente gleichberechtigt auftraten. Ein wunderbares Plädoyer für die viel zu wenig bekannte Musik von Komponistinnen!