"KammerMusik Köln" in Bad Godesberg: Auf der Höhe seines Könnens

"KammerMusik Köln" in Bad Godesberg : Auf der Höhe seines Könnens

Auftaktkonzert der Reihe "KammerMusik Köln", die in Köln (im Sancta Clara-Keller) seit sechs Jahren, in Bad Godesberg (im Historischen Gemeindesaal) nun zur ersten kompletten Saison zu Konzerten einlädt.

Ein großer Wurf, dieses Klaviertrio. Hochromantisch, mit berückenden Themen, die dem Autor offenbar mit Leichtigkeit zugeflossen sind. Wer ihn nicht kennt, würde mit Recht an Mendelssohn oder Schumann denken, doch die Rede ist von dem dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade. Er schrieb das Trio op. 42 im Jahre 1863. Da war er seit zwei Jahren Hofkapellmeister in Kopenhagen, leitete den dortigen Musikverein und war auf der Höhe seines Könnens.

Der erste Satz beginnt mit einem Motiv, das als "Aufschwung" auch bei Schumann auftauchen könnte, gefolgt von süffigen Kantilenen in Violine und Cello, während das Klavier das Ganze mit üppigen Figurationen grundiert. Suyouen Kim, Violine, Oren Shevlin, Violoncello, und Nina Tichman, Klavier, spielten das im prachtvollen Gemeindesaal der Erlöserkirchengemeinde in Bad Godesberg exzellent im Zusammenspiel und nobel im Ausdruck, wobei man sich auch eine noch drängendere Darbietung vorstellen kann - mit glühenden Wangen sozusagen. Was dann im schwärmerischen zweiten Allegrosatz fabelhaft gelang.

Es war das Auftaktkonzert der Reihe "KammerMusik Köln", die in Köln (im Sancta Clara-Keller) seit sechs Jahren, in Bad Godesberg (im Historischen Gemeindesaal) nun zur ersten kompletten Saison zu Konzerten einlädt. Das Auftaktkonzert hatte sich das Motto "Leipziger Freunde" gewählt. Felix Mendelssohn-Bartholdy, Robert Schumann, seine Frau Clara sowie Niels Gade bildeten eine verschworene Gemeinschaft, deren Mitglieder sich gegenseitig schätzten, sich Werke widmeten oder Werke der anderen spielten.

Clara erhielt zum Beispiel als Geschenk von Mendelssohn ein Allegro brillant (nebst später vergessenem Andante) für vier Hände. Ein höllisch schweres Werk, was auf diese Weise schon ein Lob für die Widmungsträgerin darstellte. Bei Nina Tichman (Secondopart) und Mariko Ashikawa war das stürmisch bewegte Stück gut aufgehoben.

Schlusspunkt bildete Robert Schumanns Klaviertrio g-Moll. Die Künstler trafen hier sehr gut die Atmosphäre des Nervösen, Unruhigen, Unsteten, die das ganze Werk durchzieht.

Nächstes Konzert am 6.11.

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