SüdstART in Bonn: Ateliers in der Bonner Südstadt öffnen wieder ihre Türen

SüdstART in Bonn : Ateliers in der Bonner Südstadt öffnen wieder ihre Türen

In der Bonner Südstadt – zwischen Poppelsdorfer Allee, Kaiser- und Reuterstraße öffneten an diesem Wochenende 20 Produktionsstätten der Kunst ihre Türen. Die "Offenen Ateliers", organisiert von der Künstlergemeinschaft SüdstART, finden traditionell am zweiten Novemberwochenende statt.

Bonn. Kunstliebhaber kommen an diesem Wochenende in Bonn wieder voll auf ihre Kosten: Mehr als 40 Kunstschaffende, etablierte sowie neue Künstlerinnen und Künstler, präsentierten bei den "Offenen Ateliers" ihre Arbeiten Kunstliebhabern, Architekturfreunden, wissbegierigen und neugierigen Besuchern in unterschiedlichen Lokalitäten. Manch ein Atelier liegt verborgen im Hinterhof, manch eines in einem alten Ladenlokal direkt an der Straße oder es befindet in einer der gründerzeitlichen Privatwohnungen.

Eine sehr spezielle Atmosphäre herrscht im Atelier von Julitta Franke – ein sogenannter Tiefkeller mit Tageslicht und Blick in den Garten. Sie hat sich auf Keramiken spezialisiert und freut sich „Mein Lebenswerk hat seinen Platz in einer Dauerausstellung in einer alten Scheune in Bramsche gefunden.“ Im Kelleratelier sind viele Figurinen und Gefäße ausgestellt. Diese sind nicht nur von der Suche der Künstlerin nach der weiblichen Göttlichkeit geprägt sondern auch von der genauen Naturbetrachtung. Die Samen und Pflanzen auf dem Waldboden hat sie gezeichnet und anschließend vergrößert in Ton gebrannt. Ihre Skulpturen sehr natürlich, ursprünglich.

Den Malraum teilen sich Gisela Naumann und Reingard Raasch-Aselmeyer seit vier Jahren in der Nieburstraße. Die Künstlerinnen kennen sich seit der gemeinsamen Studienzeit. Sie haben Graphikdesign und Illustration studiert und immer gemalt. Heute unterrichten beide. „Hier haben wir uns einen Traum erfüllt. Die Leute bleiben stehen, gucken ins Schaufenster und hier finden unsere Malkurse statt“, erzählt Raasch-Aselmeyer. Sie gestaltet jedes Jahr einen Kalender, zwölf Bilder zu Themen wie Bonn, Essen und Trinken, so sind ihre Werke sehr realistisch und gegenständlich. Gisela Naumann hingegen arbeitet teils auch freier und macht Collagen mit Papier und Acryl.

Nur ein paar Schritte weiter hat Ute Reiner ihr Atelier. Die gebürtige Schweizerin hat Kunst studiert und unt als Kunstpädagogin gearbeitet. Sie malt sowohl großformatig abstrakte Farbkompositionen als auch kleine realistische Aquarelle. „Manch ein Bild entsteht innerhalb weniger Stunden, manche werden nie fertig – doch wenn es fertig, dann bin ich auch glücklich mit dem Werk.“ Reiner verleiht ihre Bilder beispielsweise auch an Praxen. Das sei auch ein Vorteil, denn der Kunde kann sich häufiger etwas Neues leisten.

Foto: Daniela Vogt

So haben alle Ateliers ihre eigene Stimmung, jeder Künstler seinen eigenen Ausdruck. Die Südstadt mit ihren herrlichen Gründerzeitvillen und Gärten lädt zum Schlendern und Entdecken der verschiedensten Atelierräume ein. Es lohnt sich, Zeit mitzubringen und sich auf die Orte einzulassen.

Auf die Frage, ob sich von Kunst in Bonn leben lässt zögert Ute Marion Poeppel von den Weißen Gärten. Dann fängt sie zunächst herzlich an zu lachen. „Aber im Ernst, die meisten von uns haben einen Nebenjob, haben einen Ehepartner oder eine Erbschaft. Nur so lässt sich von Kunst gut leben. Wobei“, räumt sie schließlich ein, „der eine oder andere von uns kann relativ gut von seiner Kunst leben.“

Die Ateliers sind auch noch am Sonntag von 14 bis 19 Uhr von geöffnet. Das Atelier von Bettina Simon in der Blücherstraße 32 (Flyer Nr. 10) blieb am Wochenende aus familiären Gründen geschlossen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.suedstart.de. Dort ist auch der Flyer mit Namen der beteiligten Künstler sowie einen Lageplan der teilnehmenden Ateliers. Wie immer konnten Unikate aus den Bereichen Malerei, Objektkunst, Installation, Druckgrafik, Schmuck und Fotografie frisch aus dem Atelier erworben werden.

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