Kloster Heisterbach: American Hornquartett: Mit dem Horn quer durch alle Stilepochen

Kloster Heisterbach : American Hornquartett: Mit dem Horn quer durch alle Stilepochen

Im zehnten Jahr bereits ist Wolfram Lehnert künstlerischer Leiter der Reihe "Klassik in der Scheune" im Kloster Heisterbach. Für die Zukunft wünscht er sich mal mit einem Künstler von Weltrang in diesem Ambiente musizieren zu dürfen.

Exquisite Solisten hatte er zumindest schon jetzt im zweiten Konzert des Jubiläumsjahres mit dem American Hornquartett für ein Konzert in der Scheune verpflichtet, darunter Geoffrey Winter und Charles Putnam zwei Kollegen aus dem Beethoven Orchester Bonn sowie Kristina Mascher und Kerry Tuner.

Unter dem Titel "Hörner aus Amerika" spielten sie quer durch alle Stilepochen das Programm ihrer jüngsten Frankreichtournee. Erstaunlich, wie akkurat das quirlige Thema aus der Ouvertüre zu Mozarts "Le Nozze de Figaro" vom Quartett phrasiert wurde und ein sinfonischer Eindruck entstand. In die für das Horn so charakteristischen romantischen Klanggefilde entführten sie mit Anton Bruckners "Andante". Auch die "swingenden Hörner" haben sie nicht vorenthalten: "It ain't necessarily so" und "Summertime" aus der Porgy-and-Bess-Suite von Gershwin hatten richtig Feuer.

In "Barbara Allen", von Turner selber komponiert, und Eric Ewazens "Myths and Legends" konnten die Musiker in schwungvollen Melodien schwelgen. Bei so viel Wohlklang wirkte selbst Humphrey Searles atonales "Prelude, Nocturne and Chase" wenig dissonant und bedrohlich.

Der "Sabre Dance" (Säbeltanz) von Chatschaturjan lieferte noch einmal den Beweis des kunstvollen Zusammenspiels. Mit Lowell Shaws Frippery Nr. 6 gab es nach kräftigem Applaus noch eine leicht swingende Zugabe der Klangkünstler.

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