Zum Abschied ein leises Danke: Abschiedskonzert der Wise Guys in Köln

Zum Abschied ein leises Danke : Abschiedskonzert der Wise Guys in Köln

Die Wise Guys verabschieden sich nach 25 Jahren mit einem emotionalen Konzert im Kölner Tanzbrunnen von ihren Fans.

Einen emotionalen Schlusspunkt setzten die Wise Guys mit ihrem Abschiedskonzert am Sonntag im Kölner Tanzbrunnen hinter eine bemerkenswerte Karriere. Nach 25 Jahren ist nun Schluss. Zum Danke sagen kamen 15 000 treue, textsichere und begeisterungsfähige Fans. Absoluter Rekord für eine A-cappella-Band. Und bereits einen Tag zuvor am Samstagabend war die Bude voll. Die Zuhörer erlebten einen Rundumschlag aus dem Schaffen der Kölner Ohne-Instrumente-Band inklusive aller Hits, einiger Weggefährten und namhaften Gästen. Mit dabei: Bodo Wartke, die Bläck Fööss und die Höhner.

Schon eine Stunde vor Konzertbeginn sangen sich die Fans mit alten Hits warm und probten die La-Ola-Welle. Das war durchaus ambitioniert angesichts der heißen Temperaturen, zeigt aber die Solidarität und Leidensfähigkeit der WG-Anhänger. Als die fünf Sänger die Bühne betraten war die Stimmung also bestens vorbereitet, und es ging hinein in einen Abend der Emotionen und Erinnerungen. "Hallo, ich bin Dein Ohrwurm", war nicht der einzige Wiedergänger des Abends. Die Michael-Jackson-Adaption "Schiller" machte die so gekonnte Gymnasiastenlyrik der fünf Sänger hörbar. Aus vollem Herzen interpretierten die Fünf das Fahrgast-Lamento "Deutsche Bahn". Das Publikum entschied sich per Akklamation für den Song "Sonnencremeküsse" und freute sich über den Mega-Hit "Es ist Sommer - wenn man trotzdem lacht."

Den emotionalen Höhepunkt des Abends liefert Klavierkabarettist Bodo Wartke mit der Ballade "Nicht in meinem Namen" bei. Darin distanziert er sich mit wohlgesetzten Worten von religiös motivierter Gewalt und Tötungswahn. Das Publikum gab ihm kaum endenden Applaus mit auf den Weg.

Übrigens: Mit auf der Bühne stand das ganze Konzert über die Gebärdendolmetscherin Laura Schwengber, die das Kunststück vollbrachte, sowohl Texte als auch Musik für Gehörlose sichtbar zu machen. Das Publikum nahm den Impuls gerne auf und spendete Gebärden-Beifall mit winkenden Händen.

Konzert mit zahlreichen musikalischen Gästen

Die Bläck Fööss adelten die Wise Guys mit ihren Songs "Rollbrett" und "Unser Stammbaum". Die Höhner gaben, wenn man so will, einmal mehr Schützenhilfe mit "Hey Kölle" und der "FC Hymne". Letztere waren es nämlich, die die Wise Guys vor 25 Jahren zu Gastauftritten auf die großen Bühnen holten. Jetzt also umgedreht. "Wir sind froh, dass wir als Nachwuchsband mal so eine Chance haben", flötete fröhlich Oberhohn Henning Krautmacher.

Und schließlich traten die beiden Guys Sari und Nils Olfert als Hip-Hop-Duo Aggro Hürth auf und gaben sich als Rapper an der Grasnarbe mit Strickmütze und Kapuzenshirt. Beim Best-of-Medley ging es weit zurück in die 90er Jahre, als die Guys noch den "Kleinen grünen Kaktus " der Comedien Harmonists sangen. Umjubelte Unterstützung kam da von den inzwischen ausgeschiedenen Gründungsmitgliedern Christoph Tettinger und Clemens Tewinkel. Ein gelungener Sommerabend zum Abschied einer besonderen Band.

Die Wise-Guys-Fans müssen nach der offiziellen Bandauflösung nicht dauerhaft verzichten. Dän Dickopf, Nils Olfert und Björn Sterzenbach machen unter dem Namen "Alte Bekannte" weiter und haben sich noch zwei Sänger dazugeholt. Eddi Hüneke geht solo auf Tournee. Nur Marc Sahr (Sari) legt erst einmal eine Familienpause ein.

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