Die Fantastischen Vier in Köln

Fanta 4 begeistern in der Lanxess-Arena

Gehen in die Luft: Die Fantastischen Vier im Kölner Konzert. FOTO: THOMAS BRILL

Gehen in die Luft: Die Fantastischen Vier im Kölner Konzert. FOTO: THOMAS BRILL

KÖLN. Zusammen unzertrennlich: Die Fantastischen Vier feiern ihr 30-Jähriges – und 13.000 Fans feierten in der Kölner Lanxess-Arena mit. Unter anderem einen kleinen Kölsch-Exkurs boten die Stuttgarter.

„Wir werden dieses Jahr 30 Jahre alt – das ist der Hammer!“ Findet nicht nur Michael „Michi“ Beck. 13 000 Fans teilen diese Ansicht und tun das in der Lanxess-Arena mit lautstarkem Jubel kund. Das Konzert der Fantastischen Vier läuft zu diesem Zeitpunkt schon mehr als zwei Stunden, und, leider, leider, ist es da auch schon fast vorbei. Bei der letzten Zugabe „Troy“ vom 2004er-Album „Viel“ regnet es goldene Luftschlangen. „Du hattest gute Zeiten. Wir waren mit dabei. Wir werden dich begleiten. Wir bleiben troy. Du hattest schlechte Zeiten und wir warn auch dabei. Wir werden dich begleiten. Wir bleiben troy,“ klingt da wie ein Abgesang auf die Vergangenheit, der zugleich ein Versprechen für die Zukunft ist.

Um die muss man sich fürwahr keine Sorgen machen. Auch ohne dass Thomas D. konstatiert: „Wir sind immer noch die Fittesten, Frischesten.“ Und auch ohne längere Zeit darüber nachzudenken, warum er diesmal das T-Shirt angelassen hat. Ansonsten sind nämlich keine Ermüdungserscheinungen in Sicht. Nach wie vor sind die Stuttgarter gut für eine energiegeladene, schweißtreibende Show, die Fans vom Grundschulalter bis zum Vorruhestand zur wogenden, wippenden, winkenden Einheit verschmilzt. Fürs nötige fette Fundament sorgen die Musiker der Fanta4-Live-Band, schon beim ersten Stück „Captain Fantastic“ gibt es auch auf den Rängen fast nur noch Stehplätze.

"Nehmt die Flossen hoch"

Vom letzten Album erklingt an diesem Abend nicht nur das Titelstück. Wobei „Zusammen“ vor dem Zugabenteil noch einmal die Unzertrennlichkeit von denen vor und denen auf der Bühne beschwört. Da bedarf es gar nicht erst der gerappten Aufforderung: „Nehmt die Flossen hoch und die Tassen auch.“ Die Arena macht längst Party. In drei Jahrzehnten kommt dafür viel zusammen. Mit „Jetzt geht's ab“, „Die da?!“, „Tag am Meer“, „Sie ist weg“, „MFG“, „Troy“, „Ichisichisichisich“, „Smudo in Zukunft“, „Heute“ und „Hot“ werden alle bislang zehn Alben der Hip-Hopper abgedeckt. Und das ist noch längst nicht alles.

Auch eine Wahlempfehlung, bei der sich AfD auf schlechte Idee reimt, und ein kurzer Exkurs ins Kölsche („Et kütt, wie et kütt un et is, wie et is“) ist drin. Als „Höhepunkt des Abends“ angekündigt, führt Thomas D. die Original-Sonnenbrille vom „Die da?!“-Durchbruchsjahr vor: „Ich seh’ noch so aus wie 92 auf der Bravo.“ Bei „Gebt uns ruhig die Schuld (den Rest könnt ihr behalten)“, gefolgt von „Ernten was wir säen“ legen die Fantas noch einen Zahn zu. Das kann nur noch Smudo toppen, der sich – „Typisch ich“ – im Diskokugelglanz unters Publikum in der ersten Welle direkt vor der Bühne mischt.