„Höhle der Löwen“, Folge 4: Diese Start-Ups begeisterten die Löwen

„Höhle der Löwen“ auf Vox : Diese Start-Ups begeisterten die Löwen in der vierten Folge

In der vierten Folge der „Höhle der Löwen“ wird unter anderem die Nagelfeile revolutioniert und eine frische Variante der Fünf-Minuten-Terrine vorgestellt - doch die Löwen beißen nicht bei jedem Deal an.

Ein Instant-Gericht, eine Nagelfeile, eine App für Studenten, ein Babykopfschutz und ein Online-Shop für gerettete Lebensmittel: In der vierten Folge „Höhle der Löwen“ wurden den Investoren wieder die unterschiedlichsten Geschäftsmodelle vorgestellt. Doch der Bonner Unternehmer Frank Thelen, Beauty-Expertin Judith Williams, Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer, „Mister Regal“ Ralf Dümmel, Familienunternehmerin Dagmar Wöhl, Handelsmogul Georg Kofler und Neu-Löwe Nils Glagau beißen nicht bei jedem Produkt an.

„La Ribollita“ - Das gesunde Instant Gericht

Mit seiner eigenen Fünf-Minuten-Terrine kommt Fabian Zbinden (31) aus der Schweiz in die Höhle der Löwen. Der Gründer ist mit seinem Instant Gericht “La Ribollita“ und einem Foodtruck seit Jahren in der Schweiz unterwegs. Von einem Deal mit den Löwen erhofft er sich den Eintritt in den deutschen Markt.

Die Löwen probieren den Gemüseeintopf, der typischerweise nur mit heißen Wasser in einem Plastikbecher angerührt werden muss. „Das riecht schon mal sehr frisch“, meint Glagau. Genau das sei gerade der Unterschied zwischen seinem Instant Gericht und anderen, so der Gründer. Der Becher sei gefüllt mit gedämpftem saisonalen Gemüse. „Es schmeckt wirklich nach Gemüse“, sagt Dagmar Wöhrl überrascht.

42.000 Euro für 20 Prozent seiner Firma bietet Fabian Zbinden den Löwen an. „Sie sind ein Bilderbuchgründer“, sagt Maschmeyer. Aber das Produkt groß zu machen, davor hat er Respekt. Maschmeyer steigt aus. Genau wie Kofler und Ralf Dümmel.

Neu-Löwe Nils Glagau möchte den Gründer nicht einfach so gehen lassen. Auch Dagmar Wöhrl ist interessiert. 26 Prozent der Firmenanteile möchten die beiden zusammen haben, dafür bieten sie 66.000 Euro. Fabian Zbinden muss bei diesem Angebot nicht überlegen, und nimmt den Deal an.

Die Investoren Nils Glagau (l.), Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel nehmen den Supersoup Instant Eintopf von "La Ribollita" und Gründer Fabian Zbinden (2.v.r.) genau unter die Lupe. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

„Sir Plus“ - Lebensmittel retten und Geld sparen

Um Lebensmittel geht es auch beim zweiten Pitch. Mit „Sir Plus“ kommen Raphael Fellmer (36) und Martin Schott (31) zu den Löwen - und mit einem hoch gesteckten Ziel: „Wir wollen die Welt verändern und verbessern“. Die beiden Gründer retten Lebensmittel von Produzenten, Landwirten und Großhändlern, prüfen die Qualität und verkaufen sie günstiger in ihrem Online-Shop.

Das Thema liegt auch den Löwen am Herzen, aber: „Was mich verwundert, ist eure sehr hohe Bewertung“, meint Nils Glagau. Für 700.000 Euro bieten Raphael Fellmer und Martin Schott den Löwen sechs Prozent ihrer Firma. Das erkläre sich aus hohen Umsätzen und einem starken Wachstum, so die Gründer. Georg Kofler ist nicht überzeugt, ihn stört das „moralisierende Schöngerede“ des Geschäftsmodells: „Ihr macht ein normales kaufmännisches Geschäft und tretet hier an wie die Moralapostel, die die Welt retten wollen“. Keiner der Löwen möchte investieren. Die Gründer verlassen die Höhle sichtlich enttäuscht ohne Deal.

Martin Schott (l.) und Raphael Fellmer präsentieren mit "Sirplus" ein Foodoutlet und Online-Retterboxen. Sie erhoffen sich ein Investment von 700.000 Euro für 6 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

„Mia Mia“ - Die Gitter-Nagelfeile

Davor Petrovic (36) hat eine Nagelfeile erfunden, die schonender mit dem Nagel umgeht. Durch Zufall hat er herausgefunden, dass ein Metallgitter ein gesünderes und schöneres Ergebnis beim Pfeilen ergibt. Herkömmliche Nagelfeilen funktionieren wie Schmiergelpapier, die „Mia Mia“-Nagelfeile hobelt die Nageloberfläche, so der Gründer.

Noch ist die Nagelfeile nicht auf dem Markt. Für die nächsten Schritte braucht der Gründer Hilfe. 25 Prozent seiner Firmenanteile bietet er den Löwen, dafür sollen diese 90.000 Euro investieren. Beauty-Expertin Judith Williams ist interessiert: „Das ist ein Riesenmarkt. Aber ihr Produkt ist wirklich noch total am Anfang. Sie brauchen jemanden, der aus der Beauty-Branche kommt“. Die Löwin bietet dem Gründer den Deal an. Doch Davor Petrovic entscheidet sich schließlich für Ralf Dümmel als Partner.

Davor Petrovic aus Wiesbaden präsentiert mit "Mia Mia" eine innovative Nagelfeile. Er erhofft sich ein Investment von 90.000 Euro für 25 Prozent der Anteile an seinem Unternehmen. Foto: TVNOW / Frank W. Hempel

„Medibino“ - Der Babykopfschutz

Ohne Deal mussten die Gründer von „Medibino“ die Höhle der Löwen verlassen. Susanne Kluba (45) ist Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirugin und hat einen Kopfschutz entwickelt, der Babys ermöglichen soll, auf dem Rücken zu schlafen. Das soll dem plötzlichen Kindstod vorbeugen, ohne dass sich der Kopf durch die Rückenlage verformt, so die Gründer.

Dagmar Wöhrl und Nils Glagau kann das Produkt nicht überzeugen. Ralf Dümmel ist die Bewertung von 350.000 Euro für 20 Prozent zu hoch. „Ich finde das sinnvoll und ausgesprochen liebenswert, aber für mich ist das kein Investment“, so Georg Kofler. Carsten Maschmeyer, der Medizin studiert hat, sieht in „Medibino“ keine große Innovation. „Der Preis ist dreist und deswegen bin ich raus“, sagt Maschmeyer.

V.l.: Susanne Kluba, Nicole Klingen (mit Sohn Bosse) und Mitko Stange aus Düsseldorf präsentieren mit "Medibino" einen Babykopfschutz gegen Verformungen. Sie erhoffen sich ein Investment von 350.000 Euro für 20 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

„Deine Studienfinanzierung“ - Bafög digital beantragen

Von der Idee der Gründer David, Alexander und Sebastian sind gleich zwei Löwen begeistert. Die Gründer haben eine App entwickelt, die Studenten bei der Studienfinanzierung zur Seite steht. In der App könne zum Beispiel ein Bafög-Antrag digital und mit Hilfe beantragt werden.

Frank Thelen beißt an: „Die Digitalisierung von Dokumenten ist eine Herzensangelegenheit, in die ich schon sehr viel Geld und Zeit investiert habe.“ 500.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile bietet Thelen den Gründern an, 12,5 Prozent wollten sie eigentlich nur abgeben. Georg Kofler zieht mit und bietet die gleiche Summe für 15 Prozent Anteile. Die Gründer entscheiden sich für Frank Thelen. Weil aber bereits andere Investoren im Spiel sind, wollen die Gründer nicht mehr als 15 Prozent abgeben. Thelen geht runter auf 17,5: „Darunter würde ich es nicht tun“. Damit sind David, Alexander und Sebastian zufrieden - und gehen mit einem Deal aus der Höhle der Löwen.

Mehr zum Thema „Höhle der Löwen“ gibt es in unserem Dossier.

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