Star auf Abschiedstournee: Elton John feiert Abschied in Oberhausen

Star auf Abschiedstournee : Elton John feiert Abschied in Oberhausen

Er ist auf Abschieds-Welttournee: Elton John begeistert seine Fans in der Oberhausener Arena. Der 72-Jährige beendet eine der größten Karrieren der Popgeschichte.

Elton John beendet eine der größten Karrieren der Popgeschichte, und insofern wird seine weltweite Abschiedstournee „Farewell Yellow Brick Road“, die auf mehr als zwei Jahre und 400 Konzerte veranschlagt ist, zweifellos seiner Bedeutung als Popstar gerecht.

Der Exzentriker, der nicht zuletzt wegen seiner skurrilen Kostümierungen mit extravaganten Brillengestellen, Hüten, Federboas und Plateauabsätzen auffiel, konnte mehr als 350 Millionen Tonträger verkaufen.

Gut zweieinhalb Stunden gab der 72-jährige Musiker, der als Reginald Kenneth Dwight geboren und 1998 geadelt wurde, einer traurigen Abschiedsfeier keine Chance, sondern präsentierte sich mit einem musikalisches Temperament, das rund 11 000 Fans in der bestuhlt ausverkauften Arena in Oberhausen für Standing Ovations immer wieder von ihren Plätzen riss.

Mit der leicht vertrackten Rhythmik von „Bennie And The Jets“ eröffnet Elton John, gepresst in einen mit reichlich Glitzerpailletten bestickten Frack und mit blauer Strassbrille, das Konzert, dessen Repertoire mit sechs Songs aus „Yellow Brick Road“ einen leichten Schwerpunkt auf das Erfolgsalbum von 1973 legt.

Gleich zu Beginn wird deutlich, wie kompetent die sechsköpfige Band, darunter seine langjährigen Weggefährten Schlagzeuger Nigel Olsson sowie Perkussionist und Grimassenschneider Ray Cooper, den Sound mit vielen filigranen Zutaten anreichert.

Während es mit „All The Girls Love Alice“ in rockige Gefilde geht, nimmt er darauf mit „I Guess That's Why They Call It The Blues“ wieder Tempo heraus, ehe er mit „Border Song“ die erste Single seines Debütalbums „Elton John“ intoniert. Das Konzertprogramm enthält Songs bis zum 1989er Album „Breaking Hearts“ und dem Titel „Sad Songs (Say So Much)“.

Als Kind gehörte Reggie, ein pummeliger, kurzsichtiger Junge, sicherlich nicht zu den ersten, die in die Klassen-Fußballmannschaft gewählt wurden. Dafür besuchte er bereits mit elf Jahren Seminare der Royal Academy of Music. Der Erfolg als Musiker ermöglichte es ihm später, mit dem FC Watford sogar einen Verein zu kaufen.

Videos im Hintergrund illustrieren den Aufstieg Elton Johns zur Popikone. Den großen Druck versucht er mit Alkohol und Drogen zu kompensieren, und es folgt der Absturz in den 1990er Jahren.

„Someone Saved My Life Tonight“, singt er, doch wie er Hilfe erfahren und zu einem besseren Leben zurückgefunden hat, das erzählt er lieber in persönlichen Worten, wobei ihm auch ein wütendes „F*** Brexit“ herausrutscht. Er gründet die Elton-John-Aids-Foundation, die bislang den gigantischen Betrag von 450 Millionen Dollar für HIV- und Aids-Patienten aufgebracht hat. Niemand müsse mehr an dieser Krankheit sterben, betont John.

„Don't Let The Sun Go Down On Me“ erklingt ebenso wie „I'm Still Standing“ nochmals als Manifestation der aktuellen Lebensfreude. Doch die wird sich nicht mehr in musikalischer Form äußern. Am Schluss heißt es definitiv „Goodbye Yellow Brick Road“, und ein umjubelter und sichtlich zufriedener Elton John verlässt im Bademantel die Bühne.

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