Konzert zu Ehren von David Bowie in der Harmonie: Ein Star und sein schwarzer Stern

Konzert zu Ehren von David Bowie in der Harmonie : Ein Star und sein schwarzer Stern

„Space Oddity – A Tribute To The Man Who Fell To Earth“ war Titel einer Hommage an David Bowie in der Harmonie. Ein tolles Konzerterlebnis

Die ersten Songs des Livemusikprojekts „Space Oddity – A Tribute To The Man Who Fell To Earth“ ließen sich nur unvollkommen genießen. Zu schmerzlich präsent war das Bewusstsein, dass der Adressat der musikalischen Hommage, David Bowie, im vergangenen Januar mit 69 Jahren gestorben ist.

Die Jakob Hansonis Band mit Hansonis (Gitarre, Gesang), Pit Hupperten (Gitarre, Gesang), Benno Müller v. Hofe (Schlagzeug), Helmuth Fass (Bass) und Andreas Recktenwald (Keyboards, Gesang) fegte dann aber alle Trübsal hinweg mit Songs, die alle Schaffensperioden Bowies spiegelten. Bereits mit den Eröffnungsstücken „Starman“ und „The Man Who Sold The World“ machten die Musiker klar, was das Publikum erwartete: ein kristallklarer Sound, fabelhafte instrumentale Handwerkskunst und Pit Huppertens sich den unterschiedlichen Songstrukturen geschmeidig anpassender Gesang. Er stemmte sogar die düster-erhabene Ballade „The Loneliest Guy“. Die Band erstarrte nicht in Ehrfurcht vor Bowie, sondern setzte eigene Akzente, zum Beispiel bei „This Is Not America“.

„All The Young Dudes“ war ebenso vital wie „Fashion“, „Rebel Rebel“ und „Heroes“. Hansonis' Gitarre reproduzierte den klassischen Bowie-Sound auf magische Weise. Psychedelische Effekte arbeiteten die Musiker bei Stücken wie „Space Oddity“ und „I'm Afraid Of Americans“ heraus.

Der mehr als zweistündige Abend endete mit „Lazarus“ vom letzten Bowie-Album „Blackstar“. Der Song hat Züge eines vorweggenommenen Nekrologs. Die Liedzeilen „Look up here, I'm in heaven / I've got scars that can't be seen“ entfalteten ihre abgründige Wirkung. Manche in der Harmonie tanzten auch bei diesem Stück einfach weiter. Es mutete an wie ein Totentanz.

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