Empfang: Die Villa wird zum Club

Empfang : Die Villa wird zum Club

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lädt zum Konzert anlässlich zehn Jahre Jazzfest Bonn in die Villa Hammerschmidt. Hochkarätig besetztes Konzert

„Jazz und Villa – das klingt zunächst mal so, als gehöre das nicht zusammen“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor dem Konzert in seinem Bonner Dienstsitz, der Villa Hammerschmidt, „Aber wir alle wissen, dass Jazz schon längst nicht mehr eine Angelegenheit für schummrige, verrauchte Keller ist, dass Jazz sich als Kunstform schon längst auch selbstbewusst im prachtvollen Glanz der großen Konzertsäle der Welt präsentiert.“ Anlässlich zehn Jahre Jazzfest Bonn hatten das Staatsoberhaupt und seine Frau Elke Büdenbender rund 120 Gäste zum Jazzkonzert in die Villa eingeladen – als „präsidiales Intro zum Jazzfest“. Das Jazzfest selbst wurde am Freitagabend in der Oper eröffnet.

„Ich finde es sehr gut, dass man – musikalisch gesehen – mit der Beethovenstadt Bonn nun nicht mehr nur klassische und romantische Musik, sondern auch Jazz assoziiert – so erfolgreich und weithin bekannt ist das Jazzfest Bonn inzwischen schon geworden“, sagte Steinmeier und dankte dem Jazzfest-Chef Peter Materna dafür. Steinmeier: „Vielleicht entsteht ja heute Abend gerade in diesem Rahmen und in der vornehmen Bescheidenheit dieses Hauses, ein Stück jener Clubatmosphäre, in der diese Musik ja doch einen ihrer Ursprünge hat.“

Appetizer für das Jazzfest

Das gelang zweifellos mit einem hochkarätig besetzten Konzert, das wie ein Appetizer für das Jazzfest wirkte. Das Kölner A-Cappella-Ensemble Of Cabbages and Kings eröffnete den Abend mit traumhaftem Gesang, lautmalerischen Passagen, witzigen Sprachfetzen, ironischen Momenten und einer großen Portion Emotion. Vier Stimmen – von Rebekka Ziegler, Veronika Morscher, Zola Mennenöh und Laura Totenhagen –, die bei aller individuellen Färbung einen fantastischen Ensembleklang präsentierten.

Die Pianistin Julia Hülsmann und der Vibrafonist Christopher Dell entfachten anschließend ein wahres Feuerwerk mit eigenen, sehr anspruchsvollen Kompositionen – rhythmisch raffiniert und mit atemberaubendem Tempo. Hülsmann hatte noch einen zweiten Einsatz – als Begleiterin des Sängers Thomas Quasthoff war sie für den erkrankten Kollegen Frank Chastenier eingesprungen. Hülsmann und Quasthoff verwöhnten Steinmeier und seine Gäste mit süffig servierten Jazz-Standards von „Georgia“ bis „Summertime“ und schönen Gänsehautmomenten. Die Villa wurde zum Club.

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