Mit "Mission Laika" ins Universum: Bonner Theater Marabu lädt zum Mondspaziergang

Mit "Mission Laika" ins Universum : Bonner Theater Marabu lädt zum Mondspaziergang

„Mission Laika“ im Bonner Theater Marabu vermittelt für Publikum ab sechs Jahren eine Menge über die Faszination des Universums und den Blick aus dem Kosmos auf unseren Planeten.

Ein Raumschiff steht auf der magisch blau beleuchteten Bühne. Drei Astronauten bereiten ihren Flug ins Weltall vor. Auf den Spuren von Neil Armstrong, der 1969 als erster Mensch den Mond betrat, von Walentina Wladimirowna Tereschkowa, die 1963 als erste Frau im Weltraum unterwegs war, und von Laika, die 1957 als erstes Lebewesen in eine Erdumlaufbahn befördert wurde.

Die Hündin überlebte – anders als diverse weitere Versuchstiere – die Reise nicht, ging aber als Heldin der Raumfahrt in die Geschichte ein. Ihr und den anderen animalischen Kosmonauten ist „Mission Laika“ (im gedruckten Spielplan noch unter dem Arbeitstitel „Ein Hund namens Laika“) gewidmet, eine Stückentwicklung des Theaters Marabu, die von Rechercheprojekten mit zwei Grundschulklassen begleitet wurde und auch deren Vorstellungen vom Weltall mit verarbeitet. Es gibt zwar etliche sachliche Informationen, aber vor allem ist es ein höchst vergnügliches Theaterabenteuer, das seine begeistert aufgenommene Uraufführung feierte.

Das Marabu-Profi-Ensemble Tina Jücker, Bene Neustein und Claus Overkamp nimmt die Zuschauer mit auf einen spannenden Trip ins Universum. Die Stoffhülle der Raumkapsel (Ausstattung: Regina Rösing) wird weggezogen, man blickt ins Innere des Fahrzeugs, das immer wieder gedreht wird und beim Start die Insassen ordentlich durchrüttelt. Ältere mögen sich an die legendäre Raumpatrouille Orion erinnern, aber zu galaktischen Kämpfen kommt es hier nicht. Manchmal zu kleinen menschlichen, wenn die drei in ihren Raumanzügen mit weißen Kopfhörermützen sich streiten um die Commander-Rolle, was als spielerischer Stuhltanz daherkommt und mit dem Sieg des listigen weiblichen Besatzungsmitglieds endet.

Dafür darf sie später auch aussteigen und mit dem Akkuschrauber einen gefährlichen Defekt („Houston, wir haben ein Problem“) reparieren. Einen aufregenden Mondspaziergang mit klobigen Moonboots gibt es ebenfalls, wobei sie sogar Material entdecken, das von Laika stammen könnte. Witzig sind die Bewegungen in der gespielten Schwerelosigkeit und die Live-Videos aus dem Inneren und Äußeren des Raumschiffs, inklusive einer kurzen Begegnung mit Astro-Alex auf der aktuellen Horizons-Mission.

Ein wirkliches Kunststück ist die elektronische Musik, bei der auch die Sphärenklänge eines Theremins zum Einsatz kommen. Gut festhalten muss man sich bei der rasanten Fahrt über die Milchstraße. Zumal noch ein unheimliches Schwarzes Loch droht, das per Windmaschine tapfer gefüttert wird, bis es nach einer Rolle Klopapier endlich satt ist. Der Bordingenieur kann also nach allerhand pfiffigen Manövern im Orbit wieder „Erde“ in das Navi eingeben.

Saubere Landung nach pausenlosen 60 Minuten. Auf der Suche nach Laika hatten sie übrigens einen vergoldeten Hundeknochen im Gepäck. Feine Hundenasen erschnuppern so etwas sogar in weit entfernten Galaxien ...

Die Aufführung vermittelt für Publikum ab sechs Jahren eine Menge über die Faszination des Universums und den Blick aus dem Kosmos auf unseren wunderbaren, fragilen Planeten. Unterhaltsam, ganz ohne pädagogisch aufgereckten Zeigefinger. Außerdem passt sie perfekt zur laufenden Ausstellung „ALLtäglich“ im Deutschen Museum Bonn.

Nächste Familienvorstellung am 9. Dezember um 16 Uhr. Karten unter 0228/4 33 97 59; weitere Infos unter www.theater-marabu.de

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