Kommentar zu Bauen in Bonn: Widerstand ernst nehmen

Kommentar zu Bauen in Bonn : Widerstand ernst nehmen

Steht Bonn schon wieder vor einem Bürgerbegehren? Diesmal ist es die Rahmenplanung für das Bundesviertel, gegen die sich Unmut richtet. GA-Redakteur Andreas Baumann kommentiert die Baupläne und das Vorgehen der Initiative „Bonner Baukultur“.

Steht Bonn schon wieder vor einem Bürgerbegehren? Diesmal ist es die Rahmenplanung für das Bundesviertel, gegen die sich Unmut richtet. Klar ist allerdings, dass Baulöwe Marc Asbeck die Initiative aktiv unterstützt. Da er im Bundesviertel massive Eigeninteressen verfolgt, wäre es im Sinne der Transparenz gut gewesen, wenn die „Bonner Baukultur“ auf ihrer Internetseite auf diesen Fakt hingewiesen hätte.

Wie groß oder klein der Kreis der Initiative auch immer sein mag – ihre Kampagne verfängt offenbar. Sofern die Internetseite die Zahl der Unterstützer korrekt anzeigt, haben dort schon mehr als 14.000 Personen gegen die Rahmenplanung gestimmt. Die Leute sind offenkundig nicht mit der Anzahl oder den möglichen Standorten künftiger Hochhäuser einverstanden. Das sollte der Stadtrat ernst nehmen, wenn er nicht wieder wie beim Wasserland-Projekt nach einem Bürgerentscheid baden gehen will.

Denn: Auch wenn die Rahmenplanung für konkrete Einzelgebäude nicht absolut verbindlich ist, wird sie die Skyline der Stadt nachhaltig verändern. Und nicht nur das: Um die wachsende Nachfrage nach Büroflächen zu befriedigen und Bonn wirtschaftlich zu stärken, soll die Zahl der Arbeitsplätze im Bundesviertel von rund 45.000 auf etwa 60.000 wachsen.

Was das für den Autoverkehr bedeutet, der schon heute in Stoßzeiten immer wieder zusammenbricht, liegt auf der Hand. Auf diese Kernfrage gibt die Rahmenplanung bisher keine befriedigende Antwort. Die umstrittene Venusberg-Seilbahn könnte das Bundesviertel zwar entlasten, wenn sie über den Rhein nach Beuel geführt würde. Aber reichen wird das nicht.