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Kommentar zum Synodalen Weg der katholische Kirche: Wichtiger Neuanfang

Kommentar zum Synodalen Weg der katholische Kirche : Wichtiger Neuanfang

Die erste große Versammlung des Synodalen Wegs der Katholiken endete am Samstag in Frankfurt am Main. Für Deutschlands Katholiken könnte das ein wichtiger Neuanfang gewesen sein, kommentiert GA-Korrespondent Benjamin Lassiwe.

Für Deutschlands Katholiken könnte das ein wichtiger Neuanfang gewesen sein: Offen und transparent wurde bei der Synodalversammlung des Synodalen Weges in Frankfurt am Main über die wichtigsten Themen der katholischen Kirche diskutiert. Laien und Bischöfe begegneten sich auf Augenhöhe, jeder Redebeitrag war gleich viel wert. Dabei wurde die Verantwortung der Bischöfe für die Leitung ihrer Diözesen ebenso wenig infrage gestellt, wie die Rolle, die engagierte Gemeindemitglieder für die Glaubensweitergabe und das katholische Leben im Land insgesamt spielen.

Doch ob der Synodale Weg am Ende tragfähig genug ist, um die tiefe Vertrauenskrise der katholischen Kirche erfolgreich zu überbrücken, muss sich erst noch zeigen. Ganz konkret wird das davon abhängen, ob die Beschlüsse der Synodalversammlung auch in den deutschen Diözesen umgesetzt werden. Denn ein Mehrheitsbeschluss in der Synodalversammlung allein reicht nicht. Überall muss ihn der jeweilige Bischof auch in Kraft setzen. Dass das nicht immer klappt, zeigt der völlig unterschiedliche Umgang der Oberhirten mit der Eucharistiezulassung konfessionsverschiedener Paare in den einzelnen Diözesen. Ebenso schwer dürfte es werden, die nötige Verbindlichkeit für die Beschlüsse des Synodalen Wegs herbeizuführen.

Dabei hat die katholische Kirche für so etwas eigentlich schon lange keine Zeit mehr. Das zeigt nicht nur der wachsende Druck von der Basis, etwa von der Reformgruppe Maria 2.0, die sich für die Zulassung von Frauen zum Priesteramt einsetzt. Viel deutlicher wurde es in Frankfurt bei der Verlesung der Voten, die Gläubige im Internet abgegeben haben. Denn dort wurde explizit darauf aufmerksam gemacht, dass sich junge Menschen kaum an den Debatten beteiligten. Die große Mehrheit der jungen Generation interessiert es schlicht nicht mehr, wie sich die Kirche in Deutschland aufstellt. Weil sie mit ihr ohnehin schon lange nichts mehr zu tun hat.