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Kommentar zum Pendlerärger in Siegburg: Umweg über Köln

Kommentar zum Pendlerärger in Siegburg : Umweg über Köln

An den schnellen Verbindungen am frühen Morgen und am Abend in Siegburg hängen Existenzen, kommentiert GA-Redakteurin Bettina Köhl. Eine höhere Zahl der Halte nütze da nichts, wenn Fahrgäste am Gleis stehen gelassen werden.

Beim geplanten Ausbau der Bahnknotenpunkte, darunter Köln, gilt es, genau zu beobachten, welche Auswirkungen das auf Siegburg/Bonn und den Bonner Hauptbahnhof hätte. Die aktuelle Ansage auf dem Bahnsteig 'Für Reisende nach Rhein/Main: Fahren Sie bitte über Köln Hauptbahnhof' darf nicht zum Dauerzustand werden." Die vorangegangenen zwei Sätze stammen aus einem Kommentar, den ich vor knapp einem Jahr zur Situation am Siegburger ICE-Bahnhof geschrieben habe. Damals sorgten die Folgen des ICE-Brands bei Dierdorf dafür, dass die Pendler Umwege über Köln fahren mussten.

Nach dem Fahrplanwechsel im Dezember schlägt die Bahn-App als reguläre Verbindung morgens nach München vor, von Siegburg aus nach Deutz zu fahren, dort umzusteigen und dann ohne Halt wieder durch Siegburg zurückzufahren.

Die Deutsche Bahn argumentiert, dass die Zahl der Halte in Siegburg insgesamt sogar leicht ansteige, ebenso die Zahl der Sitzplätze. Aber was nützt das, wenn angekündigte Doppelzüge dann nur mit einem Zugteil fahren und Fahrgäste stehen bleiben? Besonders wichtig für den Bahnhof Siegburg sind die schnellen Verbindungen am frühen Morgen und am Abend, denn daran hängen Existenzen. Der Ausbau des ICE-Bahnhofs hat der Region Einwohner gebracht, die sich beim Kauf ihrer Häuser in Lohmar, Sankt Augustin oder Much darauf verlassen haben, dass sie in 50 Minuten mit dem ICE am Frankfurter Flughafen und - ohne Umsteigen - in gut einer Stunde am Frankfurter Hauptbahnhof sind. Da zählt jede einzelne Verbindung!