Kommentar zum Bertha-von-Suttner-Platz: Überwachung nötig

Kommentar zum Bertha-von-Suttner-Platz : Überwachung nötig

Der Bertha-von-Suttner-Platz gilt unter Bonner Bürgern als No-go-Area. Nun will die Polizei Videokameras installieren. Es wird Zeit, kommentiert unsere Redakteurin.

Der Bertha-von-Suttner Platz gilt bei vielen Bürgern vor allem abends und erst recht in der Nacht als eine – wie man heute neudeutsch sagt – No-go-Area. Also als ein Bereich, den man möglichst meiden sollte. Solche Stellen gibt es, gefühlt oder tatsächlich, mehrere in Bonn – auch wenn offizielle Stellen wie die Polizei sich so nicht ausdrücken wollen. Sie sprechen von sogenannten Angsträumen und/oder Kriminalitätsschwerpunkten, und als solche galt in Bonn bislang lediglich das Bonner Loch. Dort wäre eine Videoüberwachung nach dem Landespolizeigesetz möglich gewesen, wegen der Bauvorhaben dort ist sie aber nicht mehr installiert worden.

Warum der Bertha-von-Suttner-Platz angesichts der unbestritten vielen Vorfällen dort nicht auch längst unter die Kategorie Kriminalitätsschwerpunkt fällt, ist durchaus zu hinterfragen. Ein Grund mag das Landespolizeigesetz sein, das die Hürden dafür sehr hoch gelegt hat. So sind Kameras nur an Straßen und Plätzen erlaubt, die Kriminalitätsschwerpunkte im Sinne der Kriminalstatistik der vergangenen fünf Jahre sind. Die Hürde ist nach der Novellierung des Gesetzes etwas niedriger geworden. Jetzt darf eine Videoüberwachung auch installiert werden, wenn der Polizei Erkenntnisse vorliegen, dass an der Stelle vermehrt Straftaten verabredet und vorbereitet werden.

Die Bonner Polizei will jetzt zwei Videoanlagen anschaffen, und das ist gut so. Natürlich muss sie die Standorte, die überwacht werden sollen, sehr genau prüfen. Vielleicht ergibt sich daraus aber auch, dass zwei Anlagen gar nicht ausreichen. In jedem Fall zeigen Erfahrungen in Kommunen wie Dortmund, die die Videoüberwachung im öffentlichen Raum bereits durchführen, dass die Kriminalität dort deutlich abgenommen hat.

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