Kommentar zum OB-Vorschlag für Badneubau: Schweigen ist Gold

Kommentar zum OB-Vorschlag für Badneubau : Schweigen ist Gold

Der Vorschlag vom Bonner Oberbürgermeister zum Badneubau in Bad Godesberg schlägt nicht nur in den sozialen Medien hohe Wellen. Ein Kommentar.

Selbstverständlich darf ein Oberbürgermeister öffentlich laut nachdenken. Und natürlich darf man, nein, man muss sogar von ihm auch Denkanstöße erwarten. Doch im Fall der in Bonn umstrittenen Bäderfrage hat sich Ashok Sridharan wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt. Da hätte er sich besser an die alte Weisheit gehalten: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Ob der Vorschlag für den Neubau eines Schwimmbads in Bad Godesberg auf dem Parkplatz an der Rigal'schen Wiese eine gute Idee und auch realistisch umsetzbar ist – das müssen am Ende Fachleute entscheiden. Diesen Standort aber jetzt öffentlich ins Gespräch zu bringen, konterkariert den Beschluss der Bürgerbeteiligung, die der Stadtrat nach den gescheiterten Plänen für das neue Schwimmbad in Dottendorf und nach monatelangem Ringen beschlossen hat. Denn die Jamaika-Koalition hat bekanntlich die Frage offengelassen, ob es in jedem Stadtbezirk ein Schwimmbad geben wird.

Richtig ist, dass der OB das anders sieht. Aber wenn er einen Vorschlag mit Gewicht machen will, dann muss er sich vorher die Rückendeckung seiner Ratsmehrheit holen. Und die besteht nun einmal aus drei Fraktionen. Das weiß Sridharan. Sein Vorstoß zum Badneubau in Bad Godesberg ist – gut anderthalb Jahre vor der Kommunalwahl – daher wohl eher als verfrühtes Wahlkampfgetöse einzuordnen.

Seinen Vorschlägen zum Ausbau des Stadtbezirks Bad Godesberg als Hochschulstandort gebührt dagegen Lob. Sich angesichts des Hickhacks um das Kleine Theater jetzt schon Gedanken zu machen, wie das Gebäude möglicherweise anders weitergenutzt werden könnte und die Uni ins Spiel zu bringen, ist nachvollziehbar. Klar ist, dass es bei bis zu 1000 Studenten, die einmal in Bad Godesberg studieren sollen, auch eine Mensa geben muss. Wenn sie in der (sanierten) Stadthalle Platz finden kann, ohne den Veranstaltungsbetrieb zu behindern: Warum nicht?

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