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Kommentar: Schmerzhaftes Sparen

Kommentar : Schmerzhaftes Sparen

Nun wird es ernst mit dem Sparen in der rheinischen Landeskirche. Zwar steht bislang nur die Gesamtsumme von zwölf Millionen Euro fest, die die Zentrale der mit 2,7 Millionen Mitgliedern zweitgrößten Landeskirche bis 2018 einsparen muss.

Ziel ist es, die Kirche in der für sie rauer werdenden gesellschaftlichen Umgebung und angesichts der demografischen Entwicklung zukunftssicher zu machen.

Bis zur endgültigen Entscheidung durch die Landessynode Anfang Januar sind über drei Monate Zeit, die Vorschläge der Kirchenleitung sowohl in den Gremien als auch in der kirchlichen Öffentlichkeit zu diskutieren. Typisch evangelisch. Und das ist auch gut so.

Sparen tut weh. Auch in der Kirche. Und bei der Schließung von Einrichtungen, der Kappung von Zuschüssen oder gar betriebsbedingten Kündigungen hört das Verständnis nicht nur der einfachen Kirchenmitglieder auf. Zugleich haben viele den nicht von der Hand zu weisenden Verdacht, dass die Sparmaßnahmen des Landeskirchenamtes letztlich bei den Kirchengemeinden und -kreisen zu erhöhtem Arbeitsaufwand und steigenden Kosten führen.

Auffällig ist außerdem, dass im Landeskirchenamt bis auf eine vakante Oberkirchenratsstelle kaum Landeskirchenräte und/oder Landespfarrer eingespart werden. Um die auch in der Kirche überbordende Bürokratie abzubauen, wäre eine personelle Schlankheitskur ein echter Beitrag für ein zukunftsgemäßes Sparprogramm. Dabei müssten die Stelleninhaber nicht einmal um ihren Arbeitsplatz fürchten - in den Gemeinden werden demnächst viele Pfarrerinnen und Pfarrer gesucht.