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Pützchens Markt: Kommentar zu Kirmesbuden in Bonn

Kommentar zu Kirmesbuden in Bonn : Kirmes in Corona-Zeiten

Nach der Absage von Pützchens Markt will die Stadt Bonn eine Alternative schaffen. Schausteller sollen ihre Stände in der Stadt verteilt aufbauen. Die „Kirmes mit Abstand“ als Ersatz für das große Volksfest kann ein Erfolg werden, kommentiert unser Autor.

Für Freunde von Volksfesten und Brauchtumsveranstaltungen ist das nach all den vielen Absagen eine gute Nachricht: Bis zum Ende der Sommerferien werden Schausteller aus der Region mit ihren Ständen in der Bonner Innenstadt und am Beueler Rheinufer vertreten sein. Die Stadt Bonn und die Schausteller haben sich in Coronazeiten auf eine „Kirmes mit Abstand“ verständigt.

Seit der Absage von Pützchens Markt vor gut zwei Monaten hat die Stadt Bonn über Kompensationsangebote für alle im Stadtgebiet ausgefallenen Volksfeste gebrütet. Das hatte Oberbürgermeister Ashok Sridharan damals versprochen.

Ja, Bonn befindet sich im Wahlkampfmodus – wenn auch coronabedingt mit angezogener Handbremse. Politische Gegner und Kritiker von Bonns Oberbürgermeister werden unter Umständen jetzt sagen: Typisch, dass er diese Karte gut zehn Wochen vor den Kommunalwahlen  ausspielt. Aber: Bei dieser Ankündigung hat Ashok Sridharan Wort gehalten. Wer den GA-Faktencheck zur Leistungsbilanz des OB in seiner ersten Amtszeit gelesen hat, hat festgestellt, dass ihm das bei vielen Themen nicht gelungen ist.

Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und Kinderkarussells werden vor allem die Familien entspannt genießen können, die in diesem Sommer wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie nicht in Urlaub fahren können. Dass sich die Schausteller für das Beueler Rheinufer als Hotspot ihrer Angebote entschieden haben, darf niemanden wundern. Dort scheint bis spät in den Abend die Sonne, was die Aufenthaltsqualität deutlich steigert.

Dass die Schausteller bei der Auswahl ihrer Geschäfte Rücksicht auf den Bonner Einzelhandel nehmen wollen, fordert Respekt. Konkurrenzangebote durch Grill- und Eisstände würden sicherlich zu Ärger bei den Geschäftsleuten führen.

Wenn das Konzept gut umgesetzt wird – also Hygiene- und Abstandsvorschriften eingehalten werden – kann dieses Angebot für alle Beteiligten zum Erfolg werden. Und wer weiß, ob die Stadt Bonn nicht doch noch nach dem Modell Düsselland eine Lightversion für Pützchens Markt aus der Wundertüte zaubert.