Pegida - Licht aus

Auch diese Revolution frisst ihre Kinder. Die vorgeblich so patriotischen Europäer begehen an ihrer Spitze gewissermaßen Fahnenflucht, was belegt: Ein gemeinsamer Gegner bedeutet noch lange keine gemeinsame Überzeugung.

Wenig Konsens, wenn sich Mitglieder des Organisationskomitees der islamkritischen Pegida mit Äußerungen anderer Mitstreiter nicht identifizieren können und das Bündnis verlassen. Viel Aufstand, viel Chaos, viel Contra für eine kleine Bewegung. Am Ende stellt sich alles womöglich als ganz großes Missverständnis heraus.

Keine Frage: Pegida hat politisch Heimatlosen, Frustrierten und manchem Rechtsausleger ein Riesenventil geboten, den Dampf abzulassen, der sich in ihrer Wahrnehmung der Politik der etablierten Parteien aufgestaut hat. Genug für zwei Dutzend Märsche gegen die da oben und jene aus dem Morgenland.

Pegida, Bogida, Kögida oder wie sich die Bewegung quer durch zahlreiche Großstädte der Republik sonst noch kürzelt, ist damit noch nicht am Ende. Aber ein empfindlicher Schlag für künftige Proteste ist die Teilauflösung der Pegida-Spitze in Dresden allemal. In Köln hat ihnen die katholische Kirche vor Wochen am Dom das Licht ausgeknipst.

In Dresden, der gefühlten Hauptstadt der islamkritischen Bewegung in Deutschland, sorgen Pegida-Aktivisten selbst für Dunkel. Die nächste Montagsdemo ist erst einmal abgesagt. Es ist das Los vieler Bewegungen, dass nach einer ersten Euphorie über den eigenen Demonstrationserfolg meist Ernüchterung folgt. Und nicht selten ist dies auch der Anfang vom Ende.