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Pakistan nicht bei Bonner Konferenz: Problem und Lösung

Pakistan nicht bei Bonner Konferenz: Problem und Lösung

Nach dem Boykott der Bonner Konferenz über Afghanistan durch Pakistan kann man sich das Treffen der rund 90 Nationen im Grunde sparen.

Denn sosehr Wert darauf gelegt wird, dass mit der Konferenz der Schwenk von militärischer zu ziviler Unterstützung Kabuls nach Abzug der westlichen Kampftruppen im Jahr 2014 eingeläutet werden soll, so bedeutungslos wird das Signal ohne die Beteiligung Pakistans. Schließlich hätte Islamabad in Bonn auch die Interessen der nicht eingeladenen Talibanmilizen vertreten.

Ohne Einschluss dieser Milizen und ohne Unterstützung des benachbarten Pakistan für einen halbwegs stabilen Frieden wird, wie es ein ehemaliger General in Islamabad sagt, nach 2014 wieder das Chaos am Hindukusch ausbrechen.

Pakistan ist damit beides: Teil des Problems wie auch ein Teil der Lösung. Das wissen die Generäle am Indus, und sie spielen nach dem fatalen Zwischenfall an der Grenze, bei dem am vergangenen Samstag 24 pakistanische Soldaten von NATO-Streitkräften getötet wurden, ihren Vorteil bis zum letzten aus.

Sie sind die einzigen, die seit dem Jahr 2001 eine konsequente Strategie gegenüber Afghanistan verfolgt haben. Jetzt sehen die Generäle sich fast am Ziel, einen Frieden nach eigenen Bedingungen zu diktieren.

Dank Soldaten der NATO, die nicht zum ersten Mal zuerst geschossen und dann gefragt haben, nutzen Pakistans Militärs zudem geschickt die Gelegenheit, ihren seit dem Tod von Osama bin Laden lädierten Ruf bei den Pakistanern wieder aufzupolieren - und pflegen liebevoll den Zorn über die blutige Schießerei.