Kommentar zu Pferden im Rosenmontagszug: Nicht unnötig absatteln

Kommentar zu Pferden im Rosenmontagszug : Nicht unnötig absatteln

Es sollte eigentlich ausreichen, wenn alle Beteiligten vernünftig und verantwortungsbewusst mit Pferden umgehen. Wer die Schraube weiter zudreht, riskiert ein Ende des Brauchs, findet GA-Redakteur Holger Willcke.

Nicht nur Weihnachten kommt alle Jahre wieder, sondern auch die Diskussion, ob Pferde Teil eines Rosenmontagszugs sein dürfen. Da es kein eindeutiges Ja oder Nein als Antwort gibt, tun sich selbst Genehmigungsbehörden mit dem Thema schwer. Verhaltensregeln, Auflagen für Mensch und Tier sowie umfängliche Kontrollen sind im Sicherheitskonzept für öffentliche Veranstaltungen vorgeschrieben – das gilt für Bonn genauso wie für die anderen Karnevalshochburgen. In Sachen Vorsorge sollte das eigentlich ausreichen, wenn alle Beteiligten vernünftig und verantwortungsbewusst mit Pferden umgehen. Wer die Schraube weiter zu dreht, riskiert ein Ende des Brauchs.

Aber auch ein einziger weiterer Unfall mit Pferden im Zug könnte das Aus für deren Teilnahme bedeuten. Sollte man dann nicht gleich der Tradition ein Ende bereiten und dem Antrag der Linken auf Pferdeverzicht folgen? Nein, denn vorauseilender Gehorsam ist in diesem Fall nicht angebracht. Konsequenterweise müssten dann auch etwa Pferdesport und Polizeipferde verboten werden.

Wer Pferde vorsätzlich provoziert, riskiert eine Reaktion. Wer mit ihnen respektvoll umgeht, erfährt ein dankbares Miteinander. Als Flucht- und Herdentiere spüren Pferde sehr wohl, was in der direkten Umgebung und in uns Menschen vorgeht. Die Tiere reagieren und handeln nahezu ausschließlich dem eigenen Sicherheitsbedürfnis entsprechend. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wie sich Pferde verhalten, hängt hauptsächlich von den Menschen ab.

Der Stadtrat trifft am 6. Februar eine Entscheidung – hoffentlich mit  nachhaltiger Wirkung. Denn ein „Alle Jahre wieder“ sollte Weihnachten vorbehalten sein.