Meckenheim: Kommentar zur abgerissenen Parkpalette

Kommentar zur Parkpalette Meckenheim : Abstimmung mit den Füßen

Nach dem Abriss der alten Parkpalette am Neuen Markt in Meckenheim stellt sich nun die Frage, wie der Standort genutzt werden sollte. Weitere Geschäfte sind dort gewiss nicht notwendig, kommentiert GA-Redakteur Mario Quadt.

Ein städtebauliches Kleinod war die im Sommer abgerissene Parkpalette am Neuen Markt in Meckenheim noch nie. Die Kombination aus den beiden Baustoffen Stahl und Beton versprühte nicht den geringsten Charme, erfüllte aber an seinem Standort eine immens wichtige Aufgabe: Wer einen der Vollsortimenter oder die nahe Fußgängerzone am Neuen Markt ansteuerte, fand dort 351 Parkplätze auf zwei Etagen vor.

Es ist legitim, nach dem Abriss nun darüber nachzudenken, was an dem Standort an Alternativen zum Status quo möglich ist: weitere Einkaufsmöglichkeiten, dringend benötigter Wohnraum, wieder Parkplätze oder eine ganz andere Idee. Die Frage, ob der Neue Markt noch mehr Geschäfte benötigt, kann gewiss mit Nein beantwortet werden. Den ein oder anderen Leerstand gibt es bereits jetzt. Diese Flächen sollten zunächst adäquat vermarktet werden, bevor neue Flächen geschaffen werden.

Ein neues Parkhaus an derselben Stelle würde dem Standort Neuer Markt zweifellos den größten Nutzen bescheren – zwar gewiss nicht aus städtebaulicher Sicht, aber als Angebot, Kunden kurze Wege zu ermöglichen. Darum ist auch von einem Alternativstandort am Schulcampus abzuraten.

Wer etwa seinen Einkaufswagen von einem der dortigen Märkte bis zur Königsberger Straße schieben muss, um zu seinem Fahrzeug zu gelangen, wird sich überlegen, ob er seinen wöchentlichen Großeinkauf künftig nicht dort erledigt, wo er kürzere Wege vorfindet. Nicht nur ältere Menschen machten dann um den Neuen Markt einen großen Bogen. Die Abstimmung mit den Füßen können der Neue Markt und somit die dortige Händlerschaft nur verlieren.