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Kommentar zum Konsumklima: Krise nicht herbeireden

Kommentar zum Konsumklima : Krise nicht herbeireden

Coronavirus hin oder her, die Lage ist noch nicht eskaliert. Und man sollte sich hüten, Krisenstimmung zu schüren, wenn es nicht nötig ist, meint unsere Autorin.

Die täglich neuen Meldungen zur Verbreitung des Coronavirus können schon auf die Stimmung drücken. Doch ob das tatsächlich jetzt schon die Verbraucher davon abhält zu konsumieren, ist vielleicht eine etwas zu gewagte These. Das behaupten die Konsumforscher der GfK auch nicht. Sie warnen vor einer weiteren Eskalation.

Tatsächlich kann derzeit niemand sagen, welche Effekte das Virus am Ende auf die Weltwirtschaft haben wird. Dass es in China zu einer Schwächung der Konjunktur führt, ist abzusehen. Gleichzeitig stehen aber die staatlichen Stellen auch bereit, sie haben schon viel Geld in die Wirtschaft gepumpt und werden das bei Bedarf auch weiter tun.

 Wie stark aber werden die weltweiten Lieferketten betroffen sein? Trotz ebenfalls fast täglicher Meldungen über entsprechende Ausfälle müssen auch diese Effekte noch nicht nachhaltig sein. All das kann, es muss aber nicht auf die Verbraucherstimmung durchschlagen. Noch sind die Bürger geneigt, ihr Geld mangels Zinsen nicht zu sparen, sondern in größere Anschaffungen zu investieren. Das ist umso wichtiger, solange der Export nicht mehr  so gut läuft wie lange Jahre üblich.

Die Stimmung dürfte erst dann leiden, wenn die Unternehmen stärker dazu übergehen, Kurzarbeit einzuführen oder Arbeitsplätze ganz zu streichen. Bisher sind das Einzelfälle. So schlimm das für diejenigen ist, die es trifft, das Gros der Verbraucher ist (noch) nicht berührt. Die Lage ist eben noch nicht eskaliert. Und man sollte sich hüten, Krisenstimmung zu schüren, wenn es nicht nötig ist.