Kommentar zur Ausbeutung von Paketboten: Konsequente Kontrollen

Kommentar zur Ausbeutung von Paketboten : Konsequente Kontrollen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil möchte Paketboten besser vor Ausbeutung zu schützen. Was in erster Linie hilft, sind verstärkte Kontrollen, kommentiert GA-Redakteur Dominik Pieper.

Mit seiner Gesetzesinitiative, Paketboten besser vor Ausbeutung zu schützen, läuft Bundesarbeitsminister Hubertus Heil offene Türen ein - im Bundeskabinett und auch sonst. Wenn jedes sechste Beschäftigungsverhältnis in der Paketbranche fragwürdig erscheint, muss der Gesetzgeber handeln und Missstände wie Schwarzarbeit, Sozialleistungs- und Sozialversicherungsbetrug abstellen. Insofern ist es richtig, dass Paketdienstleister, die Subunternehmen beschäftigen, stärker in die Pflicht genommen werden.

Ob das Gesetz Wirkung zeigt, muss sich freilich erst noch zeigen. Paragrafen allein helfen nicht gegen die Anwerbung von Fahrern aus Osteuropa, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind und die sich über eine Bezahlung unterhalb des Mindestlohns nicht beklagen. Was in erster Linie hilft, sind verstärkte Kontrollen. Behörden wie der Zoll müssen personell so ausgestattet sein, dass die schwarzen Schafe der Paketbranche kein Bein mehr auf den Boden bekommen.

Hinterfragen sollten sich aber auch die Verbraucher. Denn sie sind es, die dem Onlinehandel zu einem stetigen Aufschwung verhelfen. Morgens Ware im Internet zu bestellen und sie abends bereits in den Händen zu halten - das ist schön bequem. Aber es leistet einen Beitrag dazu, dass sich die Räder in der Logistikbranche immer schneller drehen und dass der Wettbewerb immer schärfer wird - und die Arbeitsbedingungen für die Boten unter Umständen schlechter werden.

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