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Kommentar zur Nutri-Score

Kommentar zur Nutri-Score : Nur ein Baustein

Der Nutri-Score hat das Rennen gemacht. Ministerin Julia Klöckner steht nun in der Pflicht, die Ampel mit den Buchstaben A bis E auch einzuführen.

Damit bekommen die Anbieter von Nahrungsmitteln in Deutschland ein brauchbares Mittel an die Hand, um schon auf der Vorderseite der Packung etwas über den Nährwert zu sagen.Doch das farbige Symbol ist nur ein erster Schritt. Die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig; gerade unter Kindern wird falsche Ernährung zu einem immer größeren Problem. Ein Teil der Bevölkerung beschäftigt sich zwar exzessiv mit Fragen der Gesundheit und der Zusammensetzung ihrer Lebensmittel. Doch dieser Gruppe stehen deutlich mehr Konsumenten gegenüber, die nicht mehr durchblicken und auf die Werbeversprechen hereinfallen.

Schuld ist hier auch die Industrie, die über Jahrzehnte steigende Anteile an Zucker und Salz eingesetzt hat, um die Käufer zu verführen. Hier ist ein staatliches Gegengewicht nötig, um die Bürger leicht verständlich aufzuklären. Der Nutri-Score leistet hier durchaus einen Beitrag. Wer Lebensmittel mit einem tiefroten "E" meidet, der macht bereits etwas richtig. Chips und übersüßte Produkte wie "Fruchtjoghurt" und "Knuspermüsli" fallen dann bereits aus dem Speiseplan. Eigentlich müsste über der Ecke mit dem frischen Gemüse im Supermarkt ein blinkender Pfeil mit spektakulären Spezialeffekten angebracht sein: Kauft das hier! Aber ausgerechnet Tomaten, Brokkoli und Kartoffeln erhalten keinen "Score" und kein "Label", dabei sind sie das wahre Super-Food.

Die eigentliche Verantwortung liegt also in Aufklärung und Ausbildung. Kochkurse für Kinder aller gesellschaftlichen Gruppen? Warum nicht, wenn es wieder den Sinn für frische und echte Lebensmittel stärkt. Die Nährwertampel kann hier durchaus einen Beitrag leisten, aber nur, wenn eine Mehrheit über die Eckpunkte guter Ernährung informiert ist.