Kommentar zur Koi-Haltung auf Chinaschiff in Bonn: Das mit den Koi war Käu

Kommentar zum China-Schiff in Bonn : Das mit den Koi war Käu

Beim Streit um die Koi-Haltung auf dem Chinaschiff in Beuel muss schleunigst eine Einigung her. Die Karpfen sollen an Bord bleiben, mein GA-Redakteur Holger Willcke.

Die einen nennen es Provinzposse, die anderen übertrieben interpretiertes Tierwohl. Jedenfalls hat der mediale Auftrieb bundesweit dafür gesorgt, dass die Koi des Herrn Zhang eine gewisse Berühmtheit erlangt haben.

Als wenn es in Bonn nichts Wichtigeres zu tun gebe: Mehr als eine komplette Arbeitswoche beschäftigen sich nun Mitarbeiter der Stadt Bonn, Sachverständige, Fischzüchter und -halter mit der Frage: Geht es den Karpfen des Beueler Chinesen gut oder muss die staatliche Exekutive einschreiten?

Der Rheinländer neigt bei solchen Grundsatzfragen zum Blick in das Rheinische Grundgesetz. Dabei stellt er fest, dass eigentlich alle elf Artikel auf diesen aktuellen Fall übertriebener Tierliebe zutreffen. Allerdings Artikel 9 trifft auf die Dramatik der Koi-Story am bestens zu: „Wat soll dä Kwatsch/Käu?“ Für Immis bedeutet das so viel wie: „Was soll das sinnlose Gerede?“

Spaß beiseite: Der Stadt blieb in diesem Fall nichts anderes übrig, als der Anzeige nachzugehen. Dazu ist eine Behörde verpflichtet. Dass die aus der Ortsbesichtigung gezogenen Konsequenzen einer Überreaktion ähneln, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber noch ist Zeit, den galoppierenden Blutdruck zu senken. Beim für Freitag von der Stadt anberaumten Treffen am Becken muss Butter bei die Fische, also eine Einigung her – dann hat auch niemand sein Gesicht verloren, und die Koi sind und bleiben die Gewinner.

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