Kommentar zum Kinderrechtetag: Kleine Opfer

Kommentar zum Kinderrechtetag : Kleine Opfer

Kinder, die Opfer von Verbrechen werden, können sich nicht so frei bewegen wie Kinder, denen ein solches Schicksal erspart geblieben ist. Daran sollte am Kinderrechtstag am Mittwoch erinnert werden, kommentiert Jan Dirk Herbermann.

Wenn Kinder die Opfer von Verbrechen werden, dann wird die ganze Gesellschaft ein Opfer der Verbrechen. Wenn Kinder die Opfer von Menschenhandel werden, wenn sie als Arbeits- und Sexsklaven oder Soldaten missbraucht werden, dann werden diese traumatischen Erlebnisse das spätere Leben der Opfer prägen.

Mädchen und Jungen, die diese ruchlosen Verbrechen erdulden mussten, werden sich kaum genauso frei und unbeschwert entwickeln können wie diejenigen, denen ein solches Schicksal erspart geblieben ist.

Daran sollte am Kinderrechtstag am Mittwoch erinnert werden. Fast jedes Land ist vom Menschenhandel mit Kindern betroffen, auch in den reichen Staaten Europas gibt es einheimische Opfer und einheimische Täter. Zwar haben die entsetzlichen Delikte auf unserem Kontinent nicht dieselben Ausmaße wie in vielen armen und konfliktgeplagten Regionen der Welt.

Menschenhandel mit Kindern ist Herausforderung

In Afrika geraten etliche Heranwachsende in die Fänge brutaler Gangster und Milizen, die ihre Opfer zu Lust- und Gewinnerzielung heranziehen oder in Kriegen verheizen. Mit den großen Flüchtlings- und Migrantenbewegungen kamen viele der kleinen Opfer zu uns. Und auch Täter fanden den Weg in unsere Breiten.

Menschenhandel mit Kindern ist eine internationale Herausforderung, die auch international bekämpft werden muss. Und da sind vor allem die Vereinten Nationen gefragt.

Die Mitgliedsländer müssen den UN die nötigen finanziellen und personellen Mittel geben, um ihren Job zu tun. Die Mitgliedsländer müssen aber auch selber viel härter gegen die Kriminellen durchgreifen. Zumal müssen sie sicherstellen, dass die Täter sich ihrer gerechten Strafe nicht entziehen können.

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