1. Meinung
  2. Kommentare

Keine Standorte für Windräder

Kommentar zum Ausbau der Windkraft : Endlich ein Angebot

Die Akzeptanz der Windkraft soll steigen. Möglicherweise auch mit direkten Zahlungen an die Bürger. Endlich gibt es ein Signal, wie sich das Problem fehlender Standorte für weitere Windräder überwinden lässt, kommentiert GA-Chefredakteur Helge Matthiesen.

Endlich gibt es ein Signal, wie sich das Problem fehlender Standorte für weitere Windräder überwinden lässt. Man könne den Betroffenen ja ein Angebot machen, heißt es aus der SPD. Die Idee ist sinnvoll und gar nicht neu. In Schleswig-Holstein begann der Ausbau der Windparks mit sogenannten Windgenossenschaften: Die Landbesitzer schlossen sich zusammen und die Wertschöpfung blieb am Ort. Dort steht manches Windrad neben dem heimischen Gemüsegarten und es können gar nicht genug sein. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ähnliche Regelungen wie die jetzt diskutierte schon seit 2016.

Es wird derzeit über den Ausbau der Windkraft so diskutiert wie weiland über die Schaffung von Standorten für Atomkraftwerke: Die Betroffenen sollen sich doch bitte nicht so anstellen, schließlich diene die Investition doch dem Gemeinwohl. Festzuhalten bleibt, dass auch Windkraft eine ganz normale Großtechnologie ist, die mit erheblichen Nachteilen einhergeht. Sie verwandelt ländliche Regionen in Industrieparks und fördert eine hochintensive Landwirtschaft, denn ohne Bioenergie funktioniert die Energiewende nicht. Für die Bewohnbarkeit der Dörfer, den Schutz von Vögeln und anderen Tieren, die Versiegelung von Flächen ist Windenergie unvoreingenommen betrachtet ziemlich schlecht.

Wichtig ist, dass die erheblichen Gewinne, die mit der Windenergie gemacht werden, nicht bei irgendwelchen Fonds mit Postanschrift in Berlin oder Frankfurt landen, sondern eben auch dort, wo die Nachteile in Kauf genommen werden müssen. Bei den Betroffenen selbst und auf dem Lande. Es ist gut, wenn die Politik das jetzt endlich begreift und nicht immer so tut, als wehrten sich da irgendwelche begriffsstutzigen Hinterwäldler gegen einen unabänderlichen Fortschritt.