Kommentar zu Gewalt im Amateurfußball: Immenser Schaden

Kommentar zu Gewalt im Amateurfußball : Immenser Schaden

Die Vorkommnisse rund um den SC Uckerath, der nach einem Gewaltausbruch während einer Fußball-Partie ein Team vom Spielbetrieb abmeldete, sind kein Einzelfall. Vereine und Verbände müssen klare Grenzen setzen, kommentiert GA-Sportredakteur Matthias Kirch.

Sich prügelnde Spieler, Attacken gegen den Schiedsrichter, pöbelnde Zuschauer - es sind die hässlichen Seiten des Fußballs, die vor allem bei den Amateuren immer wieder zu Tage treten. Auffällig dabei: Oft sind es die gleichen Spieler, die auf dem Platz für negative Schlagzeilen sorgen. Irgendwo findet sich immer ein Verein, der den Schwererziehbaren eine neue Chance gibt. Manchmal ist es schon die dritte oder sogar vierte - aber auch die bleiben von ihnen ungenutzt.

Auch wenn der überwältigende Großteil der Spiele ohne jeden Zwischenfall verläuft: Die wenigen Partien mit Gewalttaten führen dazu, dass der Amateurfußball einen immensen Schaden nimmt. Für die Verbände und Kreise wird es beispielsweise schwierig, neue Schiedsrichter zu gewinnen. Wer befürchten muss, eines Tages auf dem Platz gewalttätig angegriffen zu werden, der verzichtet lieber auf die Arbeit als Referee.

Um das Problem bestmöglich in den Griff zu kriegen, müssen Vereine und Verbände klare Regeln setzen und hart durchgreifen. Die Clubs sollten den (Wiederholungs-)Tätern den Eintritt in den Verein verwehren - auch, um sich selbst zu schützen. Die Verbände wiederum sind in der Pflicht, dass ein Gewalttäter nicht so schnell auf den Platz zurückkehrt. Je nach Schwere des Vergehens sind mehrjährige Sperren ein Muss.

Völlig verhindert werden Eskalationen dadurch nicht. Aber es zeigt allen Spielern: Bei uns ist kein Platz für Gewalttäter.

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