Notunterkünfte in Bonn: Geht nicht, gibt es nicht

Notunterkünfte in Bonn : Geht nicht, gibt es nicht

Die aktuellen Bilder in den Medien über die Flüchtlingsströme in Richtung Deutschland lassen keinen Zweifel aufkommen: Auch die Stadt Bonn wird in ihren Bemühungen nicht nachlassen können, weitere Plätze in Notunterkünften bereitzustellen. Wie viele, kann zurzeit mit Bestimmtheit niemand sagen.

Aber die Zahl wächst von Tag zu Tag. Sie ist unkalkulierbar. Deshalb sucht die Verwaltung ja auch unter Hochdruck nach geeigneten Gebäuden, wo diese Menschen, die ihre Heimat vor Krieg, Hunger und Not verlassen haben, menschenwürdig untergebracht werden können.

Aber: Zelte oder Matratzenlager in Turnhallen müssen in Bonn solange tabu sein, solange es in der Stadt leerstehende Immobilien gibt, wie etwa das kürzlich geräumte Volkshochschulgebäude an der Wilhelmstraße oder die benachbarte Poliklinik.

Allein in diesen beiden Immobilien ist Platz für einige hundert Personen. Da lassen sich noch viele weitere Beispiele aufzählen. Auch die Ermekeilkaserne gehört dazu, wo Gebäude ungenutzt und eingezäunt leerstehen. Ein "Geht nicht" darf es in dieser Frage einfach nicht mehr geben.

Aber auch wir Bürger sind gefordert, Vorschläge zu machen, wo denn die Flüchtlinge - auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft - ein Dach über den Kopf finden können. Und man darf gespannt sein, welche Wirkung der Aufruf von Papst Benedikt an die christlichen Kirchen, Klöster und andere religiösen Gemeinschaften auch in Bonn haben wird, sich solidarisch mit den Flüchtlingsfamilien zu erklären und ihnen Raum zur Verfügung zu stellen.

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